Nordrhein-Westfalen : Kopftuch bleibt für Lehrerinnen verboten

Das Kopftuch bleibt für Lehrerinnen in Nordrhein-Westfalen verboten. Die Kopfbedeckung sei eine Bekundung von Religiosität und verstoße gegen das Neutralitätsgebot an Schulen.

Kopftuch
Ein Gericht in Nordrhein-Westfalen hat das Kopftuchverbot an Schulen bestätigt. -Foto: dpa

Düsseldorf An Nordrhein-Westfalens Schulen dürfen muslimische Lehrerinnen weiterhin kein Kopftuch tragen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies heute die Klage einer Hauptschullehrerin ab, die vor einigen Jahren vom christlichen zum muslimischen Glauben übergetreten war. Zugleich bestätigten die Richter das seit Juni 2006 geltende Verbot. Nach ihrer Auffassung stellt das Kopftuch eine religiöse Bekundung dar und verstößt deshalb gegen das Schulgesetz. Die Klägerin will gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

Mit der neuen Entscheidung wurde erstmals in Nordrhein-Westfalen einer langjährigen Beamtin das Tragen eines Kopftuchs gerichtlich untersagt. Zuvor hatten die dortigen Gerichte jedoch bereits in vier anderen Entscheidungen das Kopftuch-Verbot bestätigt: Drei der früheren Klägerinnen waren Angestellte; eine Muslimin wollte als Beamtin auf Probe eingestellt werden. Ein Sprecher des Schulministeriums äußerte sich "sehr zufrieden" über die neue Entscheidung.

Gericht: Kopftuch steht für religiöse Gesinnung

Nach Ansicht der Richter macht es auch keinen Unterschied, dass die 52-jährige Klägerin ihr Kopftuch nicht in der "islamischen Version" bindet, sondern als "Grace-Kelly-Variante" - Haare bedeckt und Knoten im Nacken. "Allein, dass die Klägerin das Kopftuch ständig trägt, zeigt, dass es ein Erkennungsmerkmal ihrer religiösen Gesinnung ist", sagte der Kammervorsitzende Kurt Büchel. Das Kopftuch im Unterricht könne die staatliche Neutralität beeinträchtigen oder den Schulfrieden stören. Dies gelte auch für Kleidungsstücke anderer Religionen.

Die Klägerin ist seit 1980 Lehrerin und trat 1994 vom christlichen zum muslimischen Glauben über. Seitdem bemühte sie sich um die Erlaubnis, das Kopftuch auch in der Schule tragen zu dürfen. Nach ihrer Darstellung hatte sie zunächst mit Rücksicht auf die Schulleitung auf das Kopftuch verzichtet und es nur außerhalb des Gebäudes getragen - zum Beispiel bei Klassenfahrten. Vor den Sommerferien 2006 entschied sie sich, auch mit Tuch zu unterrichten.  (mit dpa)

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