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Nordrhein-Westfalen : Lötzsch will mit Rot-Grün zusammenarbeiten

Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch bietet der rot-grünen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen eine konstruktive Zusammenarbeit an. Die Partei wolle intensiven Einfluss auf die Regierung in Düsseldorf nehmen.

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Gesine Lötzsch.
Gesine Lötzsch.Foto: dpa

Die Linke werde "als Oppositionspartei Dinge unterstützen, die wir inhaltlich unterstützen, etwa die Abschaffung der Studiengebühren", sagte Lötzsch dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Wir werden sehen, ob sich aus dieser Konstellation mehr ergib." Aus ihrer Sicht sei eine Minderheitsregierung nur "die zweitbeste Lösung", sagte Lötzsch, "die beste Lösung wäre eine Koalition mit konkreten Absprachen und Verträgen". Die SPD habe daran kein Interesse gehabt.

Frau Kraft aber "wäre überhaupt nicht im Amt, wenn die Linke es ihr nicht ermöglicht hätte". Nun nehme ihre Partei "intensiv Einfluss" auf die Regierung in Düsseldorf, sagte Lötzsch. Die Linke habe sich dort bisher "sehr gut geschlagen". 

Nie im Porsche von Klaus Ernst mitgefahren 

Zudem forderte Lötzsch hat ein Ende der Debatte um die Extrabezüge ihres Ko-Chefs: "Klaus Ernst hält sich mit seinen Zulagen an die vom Parteivorstand und der Fraktion beschlossenen Regeln. Wir müssen das jetzt nicht weiter auswalzen. Dazu ist alles gesagt." Lötzsch selbst verzichtet anders als Ernst auf die Zulage von 3500 Euro im Monat für das Vorsitzendenamt.

Auf die Frage, ob sie bescheidener sei als Ernst, antwortete sie: "Ich trete in dieser Frage in die Fußstapfen von Oskar Lafontaine, Klaus Ernst in die von Lothar Bisky." Lafontaine hatte sich - auch mit Blick auf seine Ruhestandsbezüge als saarländischer Ministerpräsident - sein Amt als Linken-Chef nur mit 400 Euro extra besolden lassen, Bisky dagegen kassierte die volle Zulage von 3500 Euro.

Im Porsche 911 von Klaus Ernst ist Lötzsch nach eigenen Worten noch nie mitgefahren. "Porsche ist doch das Auto, wo man mit dem Schuhlöffel einsteigen muss. Das ist nichts für mich", sagte sie der in Berlin erscheinenden Zeitung.

Das vollständige Interview lesen Sie am Sonntag im Tagesspiegel

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