NPD-Chef : Voigt erhält Bewährungsstrafe

Der Vorsitzende der rechtsextremen NPD Udo Voigt ist im Prozess um rassistische Hetze zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

BerlinDas Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 57-jährigen der Volksverhetzung und der Beleidigung schuldig. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass Voigt 2006 für die Veröffentlichung eines Terminplaners zur Fußball-Weltmeisterschaft verantwortlich war, in dem ein dunkelhäutiger Nationalspieler rassistisch diskriminiert wurde.
   
Ein weiterer Funktionär der Partei, Klaus B., erhielt ebenfalls eine siebenmonatige Bewährungsstrafe. Das Vorstandsmitglied Frank S. wurde zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Alle drei Angeklagten müssen überdies je zweitausend Euro an UNICEF zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte für alle Angeklagten jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung und die Zahlung einer Geldauflage von 3000 Euro gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Auf der Titelseite des Terminplaners, der bundesweit per Flugblatt und im Internet verbreitet wurde, war ein Spieler von vorn im Dress der deutschen Nationalmannschaft zu sehen. Das Trikot trug die Nummer 25, die dem damaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela zugeordnet war. Darüber stand der Schriftzug "Weiß - Nicht nur eine Trikot-Farbe. Für eine echte Nationalmannschaft." Owomoyela, der Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers, hatte gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Frühjahr 2006 Anzeige erstattet. NPD-Chef Voigt wies im Prozess die Vorwürfe zurück. (aku/Reuters)

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