NS-Chefideologe : Rosenbergs Tagebücher gefunden

In den USA sind lange verschollene Tagebücher des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg wieder aufgetaucht.

Die gefundenen Aufzeichnungen Rosenbergs stammen aus den Jahren 1934 bis 1944.
Die gefundenen Aufzeichnungen Rosenbergs stammen aus den Jahren 1934 bis 1944.Foto: dpa

Vertreter des Washingtoner Holocaust-Museums und der US-Zollbehörde ICE präsentierten den spektakulären Fund in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Rosenberg galt als enger Vertrauter von Adolf Hitler, prägte mit seinen Schriften den Rassenwahn der Nationalsozialisten und war als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich.

Während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse wurde Rosenberg zum Tode verurteilt und 1946 hingerichtet. Seine Tagebücher waren seit dieser Zeit verschwunden. Nach Angaben der ICE waren die Aufzeichnungen im Besitz des deutschen Anwalts Robert Kempner, der während des Zweiten Weltkriegs in die USA geflohen war und später in den Nürnberger Prozessen US-Ankläger wurde. Danach habe Kempner unerlaubt Nazi-Dokumente in die USA gebracht. Nach Kempners Tod 1993 tauchten einige Aufzeichnungen auf, der größte Teil der Tagebücher blieb aber verschollen. Im November 2012 erhielten die US-Behörden dann einen Hinweis von einem Mitarbeiter des Holocaust-Museums.

Die handschriftlichen Aufzeichnungen stammen aus den Jahren 1934 bis 1944. Sie sollen Aufschluss über die Dynamik in der engsten NS-Führung und die Massenvernichtungspläne geben. „Wir glauben, dass Teile dieser Materialien die geschriebene Geschichte widerlegen“, sagte der Archivar Henry Mayer vom Holocaust Museum, ohne allerdings Details zu nennen. (AFP/dpa)

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