NS-Opfer : Lammert: Antisemitismus weiter ein ernstes Problem

Der Bundestag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus. Die eingeladene tschechische Schriftstellerin Lenka Reinerová konnte aus Gesundheitsgründen nicht anwesend sein.

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Lammert: "Es ist beschämend, dass in unserem Land beständig Polizeipräsenz notwendig ist." -dpa

BerlinBundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte zum Auftakt der Gedenkstunde, die NS-Diktatur sei eine beständige Mahnung, die gefestigte Demokratie in Deutschland entschieden zu verteidigen. "Es ist beschämend, dass in unserem Land beständig Polizeipräsenz notwendig ist, um jüdische Einrichtungen vor Angriffen zu schützen", betonte der Parlamentspräsident anlässlich des NS-Opfer-Gedenktags am 27. Januar. Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit seien weiter ein ernstes Problem.

Lammert hatte zuvor ARD und ZDF wegen des Verzichts auf die Live-Übertragung der Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus im Plenarsaal kritisiert. Er hätte es für "angemessen" gehalten, wenn die beiden öffentlich-rechtlichen Sender diese zentrale staatliche Veranstaltung im Parlament auch ausgestrahlt hätten.

Anschließend trug die Schauspielerin Angela Winkler Texte der tschechischen Schriftstellerin Lenka Reinerová vor. Die 91-Jährige NS-Verfolgte, letzte Vertreterin der deutschsprachigen Literatur in Prag, konnte aus Gesundheitsgründen nicht nach Berlin kommen.

Der damalige Bundespräsident Roman Herzog hatte 1996 den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus proklamiert. An diesem Tag vor 63 Jahren hatte die Sowjetarmee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. (ps/dpa)

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