Politik : NS-Verbrechen:Ermittlungen gegen Berliner

Berlin - Ein 87-jähriger Mann, der in Berlin lebt, wird verdächtigt, im Konzentrationslager Dachau an der Ermordung von Häftlingen beteiligt gewesen zu sein. Das sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf Anfrage des Tagesspiegels. Am Montag war bekannt geworden, dass durch die vom Simon-Wiesenthal-Zentrum initiierte Plakatkampagne unter dem Motto „Spät. Aber nicht zu spät!“ mehrere Dutzend mutmaßliche NS-Verbrecher aufgespürt wurden. Vier Fälle habe man den deutschen Strafverfolgungsbehörden übergeben, hatte der Leiter des Israel-Büros des Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, gesagt – einer der Männer sei Wachmann im KZ Dachau bei München gewesen.

„Die Generalstaatsanwaltschaft hat den Hinweis geprüft und ermittelt jetzt gegen den Mann wegen des Verdachts des Mordes im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im KZ Dachau“, sagte Steltner. Der Beschuldigte sei im August 1926 geboren worden, bei Kriegsende also 18 Jahre alt gewesen. Die ihm zur Last gelegten Verbrechen müssen sich also in den letzten Kriegsjahren zugetragen haben. Nähere Angaben wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht machen, man ermittle akribisch und zügig – auch im Hinblick auf den angeschlagenen Gesundheitszustand des Beschuldigten.

Die Plakate, die im Zug der Kampagne „Operation Last Chance“ allein in Deutschland zu hunderten Hinweisen führten, sollen nach Berlin, Hamburg und Köln nun auch in weiteren acht Städten gezeigt werden. das

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