Politik : NS-Zwangsarbeiterentschädigung: Schröder: Unternehmen sollen zahlen

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die noch abseits stehenden Unternehmen dringend aufgerufen, sich an der Stiftung für ehemalige Zwangsarbeiter zu beteiligen. Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Zentralrats der Juden in Deutschland sagte Schröder am Donnerstag in Berlin: "Ich kann nur noch einmal eindringlich an alle betreffenden Unternehmen appellieren, jetzt endlich die selbstverständliche moralische und materielle Pflicht zu tun und in die Stiftung den vollen Beitrag einzuzahlen." Nach wie vor fehlen der Wirtschaft 1,8 Milliarden Mark, um die versprochene Summe von fünf Milliarden aufzubringen.

Der neue Vorstand der Stiftung für ehemalige NS-Zwangsarbeiter betonte unterdessen, er sei um eine möglichst rasche Auszahlung der Entschädigungszahlungen bemüht. Dazu seien in den nächsten Tagen und Wochen Gespräche mit den Partnerorganisationen in Osteuropa, den USA und Israel vereinbart, sagte der neu gewählte Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Michael Jansen, am Donnerstag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Amtsübernahme. Für den 2. November kündigte er einen Zwischenbericht an. Der Vorstand werde "alles daran setzen", dass die Auszahlungen so zügig wie möglich beginnen könnten. Einen Zeitpunkt dafür nannte Jansen aber nicht. Zur Beschleunigung des Vorganges haben sich die Beteiligten bereits auf ein Antragsformular geeinigt, das ein "vereinfachtes Antragsverfahren" für jene ermöglicht, die bereits früher einmal Geld erhalten haben. Es seien auch schon Details der Entschädigungs-Regelungen erörtert worden. Dazu gehöre die Staffelung der Gelder je nach Schwere des Schicksals, berichtete der Kuratoriumsvorsitzende Dieter Kastrup.

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