NSU-Spur in Berlin : Lob auf wachsamen Polizisten

War die Jüdische Synagoge in der Berliner Rykestraße ein Anschlagziel für den NSU? Die Rechtsterroristen wurden dort gesichtet. Neue Informationen - und neue Fragen. Ein Kommentar.

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Die Synagoge in der Berliner Rykestraße.
Die Synagoge in der Berliner Rykestraße.Foto: dpa

Vielleicht hat Berlin einfach nur Glück gehabt. Dass Beate Zschäpe und Uwe Mundlos im Mai 2000 in der Stadt waren und sich wohl nicht zufällig in der Nähe der Synagoge in der Rykestraße aufgehalten haben, wie es der Münchner Anwalt Yavuz Narin andeutet, klingt plausibel. Der NSU hat dennoch, zumindest nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden, in Berlin keinen Anschlag verübt. Ein Grund könnte sein, dass der Polizeischutz für die Synagoge die Rechtsextremisten abgeschreckt hat. Das wäre ein Beleg für den Nutzen der Präsenz uniformierter Beamter vor gefährdeten Objekten.

Auf jeden  Fall ist das Verhalten des Polizisten zu loben, der am 7. Mai 2000 rasch reagierte, als er im Fernsehen Bilder von Zschäpe und Mundlos sah und die Personen wiedererkannte, die er Stunden zuvor nahe der Synagoge gesehen hatte. Der Beamte meldete sich beim Thüringer Landeskriminalamt und sagte am nächsten Tag beim Berliner LKA aus. Doch was geschah dann? Wie wurde der Spur nachgegangen? Immerhin suchte die Polizei bundesweit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe wegen des Verdachts, Bomben gebaut zu haben. Noch mehr Fragen im NSU-Komplex.

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