Politik : Nürburgring zurück auf Start Land will Rennstrecke wieder selbst betreiben

Nürburg - Die Eigentümer des insolventen Nürburgrings wollen die weltberühmte Rennstrecke so schnell wie möglich wieder in Eigenregie betreiben. Die landeseigene Nürburgring GmbH strebe „zeitnah“ einen Räumungsvergleich mit der aktuellen Betreiber- und Vermarktungsgesellschaft, der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), an, teilten die Gesellschaft und deren Sachwalter, Jens Lieser, am Mittwoch in Nürburg mit. Bereits im Februar hatte man laut Landesregierung den Vertrag gekündigt, weil Pachtzahlungen ausgeblieben seien.

Mit der Nürburgring GmbH als eigenem Vermarkter des Geländes „sehe ich durchaus Möglichkeiten, künftig neue Strukturen am Nürburgring zu schaffen, um den für die Eifelregion wichtigen Standort zu stabilisieren und fortzuführen“, erklärte der neue Geschäftsführer der Gesellschaft, Thomas B. Schmidt. Hierzu gelte es, Veranstaltungen wie das Formel-1-Rennen, die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft oder das Musikfestival „Rock am Ring“ an den Nürburgring zu binden.

Die Nürburgring GmbH gehört zu 90 Prozent dem Land und zu zehn Prozent dem Landkreis Ahrweiler. Am Freitag hatten der Betrieb sowie zwei Tochtergesellschaften beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler Insolvenz angemeldet. Die Nürburgring GmbH will die Insolvenz dabei in Eigenverantwortung durchlaufen. Befürchtungen, die rheinland-pfälzische Landesregierung könne dabei bisherige Fehler vertuschen, teilten Schmidt und Lieser nicht. Eine Einflussnahme der Regierung von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sei „schlechterdings nicht möglich“. Die staatliche Nürburgring GmbH kann wegen ausbleibender Pachtzahlungen der privaten Betreiber einen staatlichen Kredit in Höhe von 330 Millionen Euro nicht bedienen. Dafür muss der Steuerzahler einspringen.AFP

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