Nukleartechnologie : USA wollen Nordkoreas Atomtransporte unterbinden

Nordkorea soll daran gehindert werden, Waffen oder Nukleartechnologien ins Ausland zu liefern. Zudem erwägen die USA die Wiederaufnahme Nordkoreas in die "Terrorliste".

WashingtonUS- Außenministerin Hillary Clinton sagte in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC, dass die USA versuchen werden, Nordkorea daran zu hindern, Waffen oder Nukleartechnologien auf dem See- und Luftweg anderen Staaten zugänglich zu machen.

Sie sagte, daran werde sehr hart gearbeitet. Sollte es nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest und dem Abschuss mehrerer Kurzstreckenraketen zu keiner "starken Aktion" kommen, befürchte sie ein Wettrüsten in Nordostasien.

Die US-Regierung erwägt zudem, das Land wieder auf ihre Schwarze Liste terrorunterstützender Staaten zu setzen. Clinton nannte das nordkoreanische Vorgehen "sehr provokativ und aggressiv".  

Nordkorea war im vergangenen Oktober unter der Bush-Regierung von der Schwarzen Liste gestrichen worden. Damit sollte das nordkoreanische Regime für Zugeständnisse im Ringen um die Einstellung seines Atomwaffenprogramms belohnt und zu weiterem Entgegenkommen ermuntert werden. Nordkorea stimmte Kontrollen an seinen Atomanlagen zu.

Mehrere Kongressabgeordnete hatten nach den jüngsten Tests gefordert, die Streichung wieder rückgängig zu machen. "Wir werden das prüfen", sagte Clinton nun. "Ich meine, offensichtlich wurden sie (Nordkorea) aus einem Zweck von der Liste genommen, und dieser Zweck ist durch ihre Aktionen durchkreuzt worden."

Zunächst müssten aber neue Beweise erbracht werden, dass Nordkorea den internationalen Terrorismus unterstütze, sagte die US-Außenministerin. Auf die Frage des Interviewers, ob solche Beweise vorlägen, antwortete Clinton: "Wir fangen gerade erst an, uns das anzuschauen. Momentan habe ich für Sie keine Antwort darauf."

Clinton sagte, sie rechne jedoch mit einer scharfen Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea. Sie setze dabei auf die volle Unterstützung Chinas und Russlands. Die USA wollten sich dafür einsetzen, dass der Geldfluss nach Nordkorea gestoppt werde.

Chinas Außenminister Yang Jiechi forderte nach einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen eine "ausgewogene" UN-Resolution. Japan mahnte indes einen harten UN-Beschluss an.

Neben dem zweiten Atom-Test nach 2006 hatte Nordkorea Ende Mai auch mehrere Kurzstreckenraketen getestet. Medienberichten zufolge bereitet das kommunistische Land zudem den Abschuss einer Langstreckenrakete vor.

US-Präsident Barack Obama hatte bereits am Samstag eine härtete Gangart gegen Nordkorea angekündigt. Er verurteilte den Atom-Test des kommunistischen Regimes als ungemein provokativ. "Wir werden uns sehr, sehr genau ansehen, wie wir künftig mit so etwas umgehen", sagte er. Es solle nicht angenommen werden, dass Nordkorea ständig die Region destabilisieren könne und "wir einfach nur wie gehabt reagieren", sagte Obama.

Auch Südkorea will sich nach den Worten von Präsident Lee Myung Bak von den Drohungen Nordkoreas nicht einschüchtern lassen. Es werde keine Kompromisse in Angelegenheiten geben, die die Bevölkerung und die Sicherheit Südkoreas bedrohten, sagte Lee am Wochenende.

Nordkorea drohte indes erneut mit "harten Maßnahmen" im Falle von Provokationen und machte den Süden für die zunehmenden militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verantwortlich.

ZEIT ONLINE, sh, dpa, Reuters

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