Politik : Nur jeder vierte Baum ist gesund

Cordula Eubel

Berlin - Dem deutschen Wald geht es so schlecht wie nie zuvor: Knapp ein Drittel aller Bäume seien stark geschädigt, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2004. Die Werte sind die schlechtesten seit Beginn der Datenerhebung 1984. „Das Ergebnis ist alarmierend“, sagte die Grünen-Politikerin. Nur noch 28 Prozent der Bäume in Deutschland sind laut dem Bericht noch nicht geschädigt.

Für die starken Waldschäden seien vor allem die Spätfolgen des extremen Sommers 2003 verantwortlich, heißt es in dem Waldzustandsbericht. Die lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte hätten Wälder beschädigt, die ohnehin geschädigt seien durch saure Böden und anhaltende Luftverschmutzung. Betroffen seien in erster Linie Laubbäume. So weisen mehr als die Hälfte der Buchen deutliche Blattverluste auf.

Künast forderte ebenso wie die Umweltverbände verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen das Waldsterben. Die Ministerin rief dabei auch dazu auf, Holz aus heimischen Wäldern stärker zu nutzen. So könnten die Wälder verjüngt und gleichzeitig der Verbrauch von Tropenhölzern reduziert werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) rief zu einer Wende in der Verkehrspolitik auf, um den Wald zu schützen. SPD-Fraktionsvize Michael Müller hält verstärkte Anstrengungen beim Klimaschutz für notwendig. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer beklagte ein mangelndes Umweltbewusstsein der Öffentlichkeit. Unions-Fraktionsvize Gerda Hasselfeldt (CSU) warf hingegen der Bundesregierung vor, nicht genug für den deutschen Wald zu tun. So müsse mit großflächigen Kalkungen gegen die Bodenversauerung vorgegangen werden.

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