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Politik : „Nur Speichellecker erwünscht“ Nachwuchshoffnung attackiert Bayern-SPD

23.11.2012 00:00 Uhrvon
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Foto: dapd - Foto: dapd

München - Manchmal muss es wohl raus. Michael Adam aus Niederbayern, mit 27 Jahren jüngster Landrat der Republik und große Nachwuchshoffnung der Bayern-SPD, hat sich keinen Zwang angetan – und seine ganze Wut, seinen Zorn über die eigene Landespartei auf eine Facebook-Seite gedonnert. Es war als interne Generalabrechnung mit Landeschef Florian Pronold (39, ebenfalls aus Niederbayern) gedacht. Versehentlich war der Eintrag aber einige Stunden lang von jedermann einzusehen. Nun debattiert nicht nur die gesamte Bayern-SPD darüber.

„Unser Führungsregime denkt nur in zweiter Linie an den politischen Erfolg, in erster Linie ist es darauf bedacht, fähige GenossInnen möglichst kleinzuhalten“, wettert Adam.

Man wolle, das ist auf Pronold gemünzt, „nicht zu offensichtlich werden lassen, dass man bei den Menschen überhaupt nicht ankommt“. In der Münchner SPD-Zentrale am Oberanger seien offenbar „auch nur Ja-Sager und Speichellecker erwünscht“.

Der Grund für den Brand-Eintrag ist, dass sich bei der Aufstellung der Liste der Niederbayern-SPD für den nächsten Bundestag eine von Michael Adam unterstützte Juso-Politikerin nicht durchsetzen konnte. Und Adam war bisher noch nie um klare Worte verlegen.

Mit 25 Jahren wurde er Bürgermeister im kleinen Bodenmais, zwei Jahre später setzte er sich bei der Wahl für den Landrat im Kreis Regen durch. Er ist nicht nur rot, sondern auch protestantisch im sehr katholischen Bayerischen Wald – und dazu noch bekennend schwul. Nicht wegen, so sagen manche, sondern trotz der SPD ist er erfolgreich. Über die Aussichten für die Landtagswahl im kommenden Herbst schreibt Adam: „Christian Ude tut mir leid! Mit diesem Ballast gewinnt er die Wahl nie!“

Der wiederum gibt sich als Elder Statesman: Jeder habe schon mal bei einer parteiinternen Niederlage auf den Tisch geschlagen und die Tür zugeknallt. Allerdings solle man das nicht via Facebook machen. Und Adam? Der bedauert nur, dass der Eintrag an die Öffentlichkeit geriet, den Inhalt jedoch nicht. Am Samstag will sich Florian Pronold mit ihm aussprechen. Persönlich. Patrick Guyton

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Eine Recherchekooperation des Tagesspiegels mit dem ARD-Magazin "Fakt".

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