Politik : Obama kämpft für Reform

Christoph von Marschall

WashingtonWashington - Kurz vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause haben Präsident Barack Obama und seine Demokratische Partei den Kampf um die Gesundheitsreform verstärkt. Obama reiste nach North Carolina und Virginia und führte bei zeitweise emotionalen Auftritten das Beispiel seiner Mutter an, um für eine bezahlbare Krankenversicherung für alle zu werben. Ann Dunham war 1995 an Krebs gestorben und musste nach Obamas Worten in den letzten Lebensjahren mit Versicherungen um die Übernahme der Behandlungskosten kämpfen.

Nach einer neuen Umfrage der „New York Times“ und des Senders CBS wächst bei einer Mehrheit die Skepsis, dass ein Versicherungssystem, das alle Bürger einbezieht, die Kosten erhöht und die eigene Gesundheitsversorgung verschlechtert. Mehrere moderate Demokraten im Kongress verweigern Obama die Gefolgschaft, solange die Kosten nicht begrenzt werden. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung in den USA verdoppelt. 45 Millionen Bürger haben keine Versicherung, das entspricht 15 Prozent der Bevölkerung. Obamas Regierung und die führenden Demokraten im Kongress wollen die Ziele der Kostendämpfung und einer Minimalversicherung für alle miteinander verbinden. Auf der Suche nach einem Kompromiss, der eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus finden kann, haben sie nach Medienberichten Fortschritte erzielt. Durch die Streichung von Leistungen sinken die Kosten der Reform demnach von einer guten Billion auf 900 Milliarden Dollar im Verlauf der kommenden zehn Jahre. Im Senat ist dagegen bisher noch keine Mehrheit für die Reform absehbar. 

0 Kommentare

Neuester Kommentar