Politik : Obama sieht in Irak noch „viel Arbeit“

Istanbul/Bagdad - US-Präsident Barack Obama sieht schwierige Zeiten auf den Irak zukommen. Die nächsten 18 Monate könnten „entscheidend“ werden, warnte er am Dienstag vor US-Soldaten im Al-Fao-Palast, der zum US-Militärstützpunkt Camp Victory nahe dem Flughafen Bagdad gehört. Obama war dort von über 1000 US-Soldaten begeistert begrüßt worden. Da die US-Kampftruppen 2010 den Irak verlassen sollten, müssten die Iraker zunehmend die Verantwortung für die Sicherheit im Lande übernehmen, sagte der US-Präsident.

Nach einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki lobte Obama den „enormen Fortschritt“ im Irak. Die Zahl der Gewalttaten seien weniger geworden, in der Politik seien manche Fortschritte erzielt worden. „Aber es gibt noch viel Arbeit“, betonte Obama bei seinem überraschenden Kurzbesuch im Irak. Die irakische Führung müssen sich nach den Worten Obamas den zahlreichen Aufgaben im Lande stellen. „Wir können das nicht für sie machen.“ Die USA könnten bei der Stabilisierung ihres Landes nur ein „getreuer“ und „verlässlicher Partner“ sein, sagte der US-Präsident bei dem Truppenbesuch. Er würdigte vor den jubelnden Soldaten die „brillante“ Leistung der US-Militärs, deren Einsatz entscheidend dafür sei, dass der Irak „kein sicherer Hafen für Terroristen“ werde und die US-Truppen sicher nach Hause gebracht werden könnten. Obama hatte den Abzug der US- Kampftruppen im kommenden Jahr angekündigt.

Die irakischen Regierungsvertreter hatten zunächst erwartet, dass Obama mit einem Hubschrauber in die Grüne Zone fliegen würde. Doch in Bagdad konnten Hubschrauber wegen eines Staubsturms nicht starten. Obama bewegte sich nicht aus dem Gebiet rund um den Flughafen hinaus. Mit Staatspräsident Dschalal Talabani telefonierte Obama nur. Gründe für den Abstecher nach Bagdad seien die Nähe zum Irak, die Absicht, mit der irakischen Führung zu sprechen und der Wunsch des Präsidenten, den Truppen seine Wertschätzung zu demonstrieren, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. dpa/AFP

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