Obduktion : Todesursache der deutschen Geisel bleibt unklar

Schüsse oder Kollaps: Die Obduktion des Leichnams des in Afghanistan verstorbenen Deutschen hat noch keine Klarheit gebracht.

P. Kosfeld,W. Schönwald[ddp]

Berlin Die Obduktion des Leichnams des in Afghanistan verstorbenen Deutschen hat noch keine Klarheit gebracht. Die Frage nach der genauen Todesursache des Verstorbenen könne noch nicht abschließend beantwortet werden, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, mit. Ein endgültiges Untersuchungsergebnis ist demnach frühestens Ende nächster Woche zu erwarten.

Der 44-jährige Bauingenieur Rüdiger D. aus Mecklenburg-Vorpommern war während seiner Verschleppung gestorben. Unklar ist, ob der Mann an den Folgen eines in der Geiselhaft erlittenen Kollapses starb oder an Schüssen, die seine Entführer auf ihn abfeuerten. Nach einer Untersuchung in Kabul wies der Leichnam Schusswunden auf. Die Leiche des Mannes war am Mittwochabend mit einer Maschine der Bundeswehr nach Deutschland zurück gebracht worden.

Die Regierung dementierte unterdessen Berichte, wonach die Verlängerung der drei Afghanistan-Mandate "im Paket" beschlossen werden sollen. "Wir planen im Moment drei separate Mandate, die zur Verlängerung anstehen", sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg und hob den "Parlamentsvorbehalt" hervor. Einen Kabinettsbeschluss werde es erst nach den Klausurberatungen der Fraktionen Anfang September geben. Es bestünden aber "im Moment keine Planungen, die Dinge zusammenzufassen".

Das Schicksal des zweiten in Afghanistan verschleppten Bauingenieurs aus Bayern ist nach wie vor ungewiss. Der Krisenstab bemühe sich unter Hochdruck und im Kontakt mit der afghanischen Regierung, die Freilassung des Mannes zu erreichen, hieß es. Die beiden Deutschen waren vor rund einer Woche in der Provinz Wardak, 100 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kabul, verschleppt worden.

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