Politik : Oberbürgermeisterwahl: "Nicht schwarz, sondern bunt"

m.m.

Köln soll "Hauptstadt der Homosexuellen" werden - ausgerechnet der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, Fritz Schramma, ist es, der dieses Ziel im Wahlkampf verkündet. Immer wieder macht der "kölsche Kandidat" mit provokanten Forderungen zur Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben von sich reden: Für homosexuelle Paare forderte er ein Adoptionsrecht. Schramma entsprach damit zwar den Zielen der parteieigenen Arbeitsgemeinschaft "Lesben und Schwule in der Union" (LSU), eigene Anhänger verschreckte er.

Regelrecht in Wettbewerb geraten sind die OB-Kandidaten beim Werben um die Zielgruppe in der "schwulsten Stadt Deutschlands", wie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck seine Heimatstadt nennt. FDP-Kandidat Ralph Sterck bekannte sich offen als homosexuell. Und SPD-Bewerberin Anke Brunn trat auf dem Kölner Christopher-Street-Day auf.

Schramma fällt am meisten auf. Auf einer Veranstaltung der "Lesben und Schwulen in der Union" bezeichnete er es als "abwegig", rechtliche Verbesserungen für Homosexuelle als Abwertung der Ehe anzusehen. "Klare Worte", lobten die Veranstalter. Auch zum Karneval zeigte sich Lateinlehrer Schramma liberal. Gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung präsentierte er Großflächenplakate für Kondome: "Nehmen wir deins oder meins?"

Für Furore sorgte auch eine weitere Aktion: Der CDU-Politiker schaltete in der Homo-Zeitung "Quer" eine Anzeige: "Köln ist weder schwarz noch rot, sondern äußerst bunt." Queer-AG-Vorstand Micha Schulze: "Zumindest in Köln kommt keine Partei mehr an den Schwulen und Lesben vorbei." Schrammas Engagement hat dabei bereits Parteitradition: Schon der verstorbene CDU-Oberbürgermeister Harry Blum war in diesem Jahr in der "Rosa Sitzung" aufgetreten, einer schwul-lesbischen Karnevalsveranstaltung.

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