Oberstes US-Gericht : Keine Todesstrafe für Kindesvergewaltigung mehr

Das höchste Gericht der USA hat die Todesstrafe für Kindesvergewaltiger verboten. Sie verstoße gegen den in der Verfassung verankerten Grundsatz, wonach es keine "grausame und außergewöhnliche Bestrafung" geben dürfe.

WashingtonDas Richtergremium machte mit seinem Urteil gegen die Todesstrafe für Kindesvergewaltiger generell klar, dass Verbrechen gegen Einzelpersonen nur dann mit dem Tod bestraft werden können, wenn es sich um Mord handelt. Im Fall von Hochverrat oder Spionage bleibt die Todesstrafe aber erlaubt.

Im Mittelpunkt des Rechtsfalls stand ein 43-Jähriger im US-Staat Louisiana, der wegen Vergewaltigung seiner achtjährigen Stieftochter zum Tode verurteilt worden war. Insgesamt haben bis jetzt fünf US- Staaten diese höchste Strafe erlaubt, wenn das Vergewaltigungsopfer ein Kind ist. Im Gegensatz zu Louisiana durfte die Todesstrafe in den übrigen vier Staaten - Montana, Oklahoma, South Carolina und Texas - aber nur dann verhängt werden, wenn es sich um eine Wiederholungstat handelte. Seit 1964 ist in den USA niemand mehr hingerichtet worden, der nicht auch einen Mord begangen hat.

Das mit Spannung erwartete Urteil des Gerichts fiel mit fünf zu vier Stimmen. Der gemäßigte Richter Anthony Kennedy schrieb in der Begründung, dass die Todesstrafe auf die "schlimmsten" Verbrechen begrenzt werden müsse. Diese bestünden darin, anderen Menschen das Leben zu nehmen. Die Todesstrafe sei keine "angemessene" Strafe für Kindesvergewaltiger, so groß auch das Leid der Betroffenen sei. (kj/dpa)

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