Oberursel : Islamisten-Paar mit Verbindung zu Syrien-Rückkehrern

Das festgenommene Ehepaar aus Oberursel hatte nach Medieninformationen Kontakt zu islamistischen Rückkehrern aus dem Syrien-Krieg und mindestens einem Al-Qaida-Unterstützer.

Wohnungsdurchsuchung: Die Ermittler fanden unter anderem islamistische Gewaltvideos.
Wohnungsdurchsuchung: Die Ermittler fanden unter anderem islamistische Gewaltvideos.Foto: dpa

Der Verdacht gegen das mutmaßliche islamistische Ehepaar aus Oberursel, das womöglich einen Bombenanschlag auf ein Radrennen in Hessen plante, erhärtet sich. Die Polizei fand auf einem Computer des am Donnerstag festgenommenen Paares Gewaltvideos mit "islamistisch-extremistischem Hintergrund", wie ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) in Wiesbaden am Wochenende bestätigte. Überdies habe der Mann, der mit seiner Frau Chemikalien zum Bombenbau gekauft hatte, in Frankfurt Chemie studiert. In der Wohnung der beiden waren eine funktionsfähige Rohrbombe, Munition und Waffenteile gefunden worden.

Die Polizei fand dort nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS)" auch schriftliche Unterlagen zum Bau von Bomben. Dem Bericht zufolge soll der Verdächtige Verbindungen zu Syrien-Rückkehrern und anderen sogenannten Gefährdern in der islamistischen Szene gehabt haben. Obwohl die hessischen Behörden den Mann als feste Größe seit 2009 im Blick gehabt hätten, sei er dem Bundesamt für Verfassungsschutz unbekannt gewesen, berichtete die Zeitung.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" hatte der Mann an der Universität Frankfurt gemeinsam mit einem Al-Qaida-Unterstützer Chemie studiert. Der Mitstudent sei 2011 wegen Werbung um Mitglieder oder Unterstützer für eine terroristische Vereinigung im Ausland zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Die Polizei hatte das Radrennen aus Sicherheitsgründen abgesagt und ein an der Strecke gelegenes Waldstück durchkämmt, in welchem sich der Verdächtige zuvor aufgehalten hatte.

Gegen das Paar war am Donnerstagabend Haftbefehl wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie Vorbereitung einer Explosion erlassen worden.

Auf die Spur der Verdächtigen waren die Ermittler durch den Hinweis einer Frankfurter Baumarkt-Mitarbeiterin gekommen. In dem Geschäft hatten die beiden demnach drei Liter Wasserstoffperoxid gekauft, das gemischt mit anderen Flüssigkeiten zur Sprengstoffherstellung benutzt werden kann. AFP

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