Politik : Oder: Was Kohl, Jelzin und Clinton gemeinsam haben (Glosse)

Aus der Serie "Matthies meint"

Bislang zählte es zu den ersprießlichsten beruflichen Perspektiven überhaupt, Ex-irgendwas zu sein. Ex-Vorstandsvorsitzender zum Beispiel. 60 Millionen Abfindung, kein Stress mehr. Kann es Schöneres geben? Na hören Sie mal, wird Helmut Kohl sagen, Ex-CDU-Ehrenvorsitzender? Knochenarbeit, und jeden Tag Dresche von der Presse. Wenden wir uns den Ex-Präsidenten zu, beispielsweise Boris Jelzin. Jetzt hat er sogar seinen Platz in einer TV-Puppenshow räumen müssen. Die Puppe hat immerhin auf einer Internet-Auktion 54 000 Mark gebracht, was den echten Jelzin trösten mag. Und Bill Clinton? Ganz schlecht. Er ist noch nicht einmal Ex, und schon ziehen und zerren alle seine Feinde an ihm herum. Seit kurzem wollen sie ihm an seine Anwaltslizenz im Bundesstaat Arkansas! Verstoßgegen den Moralkodex der Anwaltschaft lautet der Vorwurf, und es geht dabei erwartungsgemäß nicht um diesen oder jenen mutmaßlichen Angriffskrieg, sondern die höchst private Sache mit Monica L.. Ja, Undank ist der Welten Lohn, ein paar Minuten Spaß im Oral Office werden nie wieder aus dem öffentlichen Strafregister getilgt, und so wird man ihm noch den Führerschein wegnehmen und seine charakterliche Eignung zum Hundehalten in Frage stellen. Am Ende bleibt ihm nichts, als ab und zu mit Helmut und Boris einen zur Brust zu nehmen. Ex, wie es sich gehört.Aus der Serie "Matthies meint"

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