Politik : OECD: Lateinamerika braucht effizientere Steuerpolitik

Berlin - Die Finanzkrise wird auch Lateinamerika treffen. Das dürfe aber kein Grund sein, Sozialreformen künftig hintanzustellen, sagte Karin Kortmann am Dienstag bei der Präsentation des OECD Latin American Economic Outlook 2009 in Berlin. Im Gegenteil: Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium warb bei den Regierungen der Region für eine effizientere Fiskalpolitik. Die Staaten südlich des Rio Grande sollten, gerade jetzt, mehr Steuern erheben und in das Gesundheitswesen, in Bildung und Entwicklung investieren. Bisher trügen die Sozialausgaben auf dem Kontinent mit der weltweit größten Kluft zwischen Arm und Reich kaum zur Umverteilung des Volkseinkommens zugunsten ärmerer Gruppen bei, wie Christian Daude vom OECD Development Centre mitteilte. Das berge Gefahren. Denn „Steuersysteme, die wenig zum Kampf gegen Armut und Ungleichheit beitragen, schwächen die Unterstützung für die Demokratie und ihre Institutionen“. Anders als in der Vergangenheit seien viele Staaten Lateinamerikas diesmal aber dank relativ ausgeglichener Staatshaushalte und einer vergleichsweise geringen Verschuldung in Fremdwährungen besser auf die Krise vorbereitet. mis

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