OECD-Report : Krise kappt Migrantenstrom

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sinkt die Zahl derjenigen, die im Ausland nach Arbeit suchen. Auf die Krise reagieren viele Staaten mit restriktiver Migrationspolitik.

ParisIn der Wirtschaftskrise dürfte die Zahl der Arbeitsmigranten in den OECD-Staaten zum ersten Mal seit den 1980er Jahren zurückgehen. "In Irland, Spanien und Großbritannien ist diese Entwicklung bereits in vollem Gange", teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris mit.

Gründe dafür sind die Wirtschaftskrise und eine restriktivere Migrationspolitik. Zum ersten Mal seit langer Zeit sei etwa in den USA das Kontingent für temporäre Visa nicht ausgeschöpft worden. Tschechien, Japan und Spanien versuchten zudem durch spezielle Angebote, Migranten zur Rückkehr in ihre Herkunftsländer zu bewegen. Die Erfahrung zeige jedoch, dass solche Programme meist kaum wirkten.

"Migration funktioniert nicht wie ein Wasserhahn, der sich nach Belieben auf- und zudrehen lässt", warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Migranten seien zudem häufig die ersten, die bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um ihren Job fürchten müssten. So habe sich etwa in Irland und Spanien die Arbeitslosenquote bei Zuwanderern seit Beginn der Krise fast verdoppelt. In Deutschland sei die Erwerbslosenquote für Migranten bereits im Jahr 2007 knapp doppelt so hoch gewesen wie bei im Inland geborenen Mitbürgern.

ZEIT ONLINE, Reuters

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