Öffentlicher Dienst : Angestellte sollen "rund um die Uhr" streiken

Verdi macht Druck: In der kommenden Woche könnte so manche Operation verschoben werden und so manche Mülltonne überlaufen. Besonders heftig trifft der Arbeitskampf der öffentlich Beschäftigten diesmal Eltern und kleine Kinder, sagt Gewerkschaftschef Bsirske.

Frank Bsirske
Acht Prozent mehr Lohn sollen es schon sein: Frank Bsirske.Foto: ddp

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst in der kommenden Woche deutlich ausweiten. Wie Verdi-Chef Frank Bsirske der "Bild am Sonntag" sagt, wird es von Dienstag bis Freitag Streiks "rund um die Uhr" geben.

Besonders treffen könnte es diesmal Eltern mit kleinen Kindern.
Kindertagesstätten sollen Bsirske zufolge jeweils für mehrere Stunden blockiert werden. Ziel sei etwa, dass die Kitas die Kinder erst ab dem Mittag aufnehmen, sagt der Verdi-Chef weiter.

Angekündigt aber spürbar

Zugleich betont Bsirske, dass niemand von den Arbeitsniederlegungen überrascht werden soll: Die Aktionen würden frühzeitig angekündigt. "Aber unsere Streiks sind natürlich spürbar."

Die Warnstreik-Welle wird laut Bsirske neben Kitas, Krankenhäuser, den öffentlichen Nahverkehr und Sparkassen treffen. Auch die Mülltonnen können ungeleert bleiben. Bei Verwaltungen, Bundeswehr und in der Schifffahrt wird sich der Arbeitskampf den Angaben zufolge ebenfalls auswirken.

Acht Prozent mehr Lohn bei gleicher Arbeit

Verdi fordert für die öffentlich Beschäftigten bei Bund und Kommunen acht Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten bislang fünf Prozent für zwei Jahre. Das ist dem Gewerkschafter zu wenig. "Ich darf daran erinnern, dass die Bundestagsabgeordneten ihre Diäten um 9,4 Prozent erhöht haben. Damit haben sie die Größenordnung vorgegeben", sagt Bsirske.

Zugeständnisse bei der Verlängerung der Arbeitszeiten schließt er aus. "Wir haben 3,4 Millionen Arbeitslose. Jede Minute zusätzliche Arbeitszeit führt zu weiteren Stellenstreichungen", warnt Bsirske. Gleichzeitig soll die Arbeitszeit der Beschäftigten im Westen von 38,5 Wochenstunden auf 40 Stunden und damit auf Ost-Niveau steigen.

Zuletzt hatten Arbeiter und Angestellten des Bundes und der Kommunen am vergangenen Freitag in mehreren Bundesländern die Arbeit niedergelegt. Die nächsten Tarifgespräche sollen am 25. Februar in Potsdam stattfinden. (sf/dpa/AFP)

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