• Öffentliches Gelöbnis: Thierse verlangt im Kampf gegen Rechts mehr Zivilcourage - Grünen-Politikerin Beer lehnt Gelöbnisse auf öffentlichen Plätzen ab

Politik : Öffentliches Gelöbnis: Thierse verlangt im Kampf gegen Rechts mehr Zivilcourage - Grünen-Politikerin Beer lehnt Gelöbnisse auf öffentlichen Plätzen ab

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Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat zum Jahrestag des fehlgeschlagenen Hitler-Attentats am 20. Juli 1944 die Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus gewürdigt. Zugleich rief der SPD-Politiker die Bevölkerung bei einer Gedenkveranstaltung am Donnerstag in Berlin zu Zivilcourage und zur Bekämpfung des Rechtsextremismus auf: "Zehn Jahre nach der Vollendung der deutschen Einheit stehen wir vor der Frage, was wir Deutschen in Ost und West vom 20. Juli mitnehmen in das neue Jahrhundert." Gefordert seien Mut zum Widerspruch und die Bereitschaft, schon den Anfängen neuer extremistischer Tendenzen entgegenzutreten. Sie zeigten sich vor allem im rechtsradikalen Milieu. "Wenn in unserem Land Menschen zu Tode gehetzt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben, dann ist aller höchste Wachsamkeit und entschiedenes Handeln gefordert."

Totalitaristische Systeme entstünden nicht über Nacht. Die Männer und Frauen des 20. Juli seien in bewundernswerter Entschlossenheit einer fast allmächtigen Diktatur entgegengetreten.

Die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Angelika Beer, hat eine Diskussion in der Bundeswehr über öffentliche Gelöbnisse gefordert. "Auch viele Soldaten finden diese militärische Zeremonie so nicht gut", sagte Beer am Donnerstag der . Es sei falsch, öffentliche Gelöbnisse mit Zwang auf öffentlichen Plätzen zu veranstalten.

Die Grünen-Politikerin erklärte, sie hätte an dem Gelöbnis teilgenommen, wenn sie nicht auf der Rückreise aus dem Kosovo gewesen wäre. Vor einem Jahr sei sie auch dabei gewesen. Die Proteste und Demonstrationen gegen die Militär-Feier nannte sie aber legitim. "Das müssen Gesellschaft und Soldaten aushalten." Zur Verankerung der Bundeswehr in der Gesellschaft würde ihrer Ansicht nach aber die Darstellung der "hervorragenden Arbeit der Soldaten im Kosovo" mehr beitragen als "Gelöbnisse oder ein großer Zapfenstreich". Zudem sprach sich Angelika Beer in dem Gespräch für die Vermeidung von unnötigen Konfrontation aus: "Gelöbnisse sollten grundsätzlich in Kasernen verlegt werden."

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