Politik : ÖKUMENISCHES TREFFEN

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Der Papst traf auch Repräsentanten orthodoxer und evangelischer Kirchen. Seine Rede in Auszügen:

„(…) Die Brüderlichkeit unter den Christen ist nicht einfach ein vages Gefühl, und ebenso wenig entspringt sie aus einer Art Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit. Sie ist in der übernatürlichen Wirklichkeit der einen Taufe begründet, die uns in den einen Leib Christi einfügt. (…) Ich weiß sehr wohl, dass viele Christen in diesem Land – und nicht nur in diesem – sich weitere konkrete Schritte der Annäherung erwarten. Auch ich erwarte sie. In der Tat, es ist das Gebot des Herrn, aber auch ein Gebot der gegenwärtigen Stunde, den Dialog auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens entschieden weiterzuführen. Das muss natürlich in Wahrhaftigkeit und Realismus geschehen, mit Geduld und Ausdauer in Treue zur Stimme des eigenen Gewissens. Es darf keinen Dialog um den Preis der Wahrheit geben. (…)

Eine dringende Priorität im ökumenischen Dialog bilden die großen ethischen Fragen, die unsere Zeit stellt; hier erwarten die fragenden Menschen von heute mit Recht eine gemeinsame Antwort der Christen. Gottlob gelingt sie in vielen Fällen, aber leider nicht immer. Durch Widersprüche in diesem Bereich verlieren das Zeugnis für das Evangelium und die ethische Orientierung, die wir den Menschen und der Gesellschaft geben müssten, an Kraft und nehmen oft vage Formen an, so dass wir unserer Zeit das nötige Zeugnis schuldig bleiben. Unsere Spaltungen stehen im Kontrast zum Willen Jesu und machen uns vor den Menschen unglaubwürdig.

Worum geht es bei der Wiederherstellung der Einheit aller Christen? Die katholische Kirche erstrebt das Erreichen der vollen sichtbaren Einheit der Jünger Christi, wie sie das Zweite Vatikanische Konzil in verschiedenen Dokumenten definiert hat (…).

Diese Einheit besteht nach unserer Überzeugung unverlierbar in der katholischen Kirche. (…)“ Tsp

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