Öl- und Finanzboykott : Libyen setzt Schweiz unter Druck

Erst ein Öllieferstopp, nun der Abzug der Bankguthaben: Libyen erhöht im diplomatischen Streit mit der Schweiz den Druck. Staatschef Muammar el Gaddafi fordert eine offizielle Entschuldigung der Schweiz für die Festnahme seines Sohnes im Juli in Genf.

Die libysche Regierung hat angekündigt, sie werde ihre gesamten Guthaben von Schweizer Banken zurückziehen. Diese umfassten etwa sieben Milliarden Euro, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Jana am Donnerstagabend. In dem Bericht wurde auch ein Öllieferstopp in den Alpenstaat bestätigt, den die Ölfirma Tamoil zuvor bekanntgegeben hatte. Die Maßnahmen gehen auf einen diplomatischen Streit zwischen Libyen und der Schweiz um die Festnahme eines Sohnes von Staatschef Muammar el Gaddafi zurück.

Verfahren gegen Gaddafi-Sohn eingestellt

Hannibal Gaddafi und seine Ehefrau Aline waren im Juli in Genf festgenommen worden, weil sie zwei Angestellte eines Genfer Fünf-Sterne-Hotels geschlagen haben sollen. Das Verfahren wurde Anfang September eingestellt, nachdem die beiden Angestellten ihre Anzeige wegen Körperverletzung nach einer Entschädigungszahlung zurückgezogen hatten. Libyen fordert allerdings neben der Einstellung des Verfahrens eine offizielle Entschuldigung der Schweiz. (tow/AFP/dpa)

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