Ölindustrie : Iran umgarnt deutsche Unternehmen

Der Iran wirbt um deutsche Kooperationspartner für die Ausbeutung seiner Bodenschätze und präsentiert sich als zuverlässiger Energielieferant. Die Bundesregierung mahnt dagegen mit Blick auf die Außenpolitik zur Zurückhaltung.

BerlinBezogen auf die riesigen Öl- und Erdgasvorkommen in seinem Lande sagte Irans Ölminister Gholamhossein Nosari dem Handelsblatt: "Iran kann ein sicherer und zuverlässiger Energielieferant für Deutschland werden". Er habe aus jüngsten Gesprächen auch den Eindruck gewonnen, "dass deutsche Unternehmen interessiert sind am Ausbau ihrer Beziehungen zum Iran".

Die Bundesregierung drängt dagegen der Zeitung zufolge deutsche Unternehmen dazu, den Handel mit Iran massiv einzuschränken. So hat sie in den letzten Monaten die deutsche Wirtschaft wiederholt aufgefordert, sich bei Geschäften mit dem Iran zurückzuhalten. Hintergrund ist der seit langem währende Streit über das iranische Atomprogramm.

Ölminister: "Persische Pipeline" könnte Abhängigkeit von Russland verringern

In einem Brief an den Nah- und Mittelostverein (Numov) schrieb die Bundesregierung über zwei Informationsveranstaltungen: "Die Veranstaltungen stehen in klarem Widerspruch zu der Politik der Bundesregierung und könnten größeren außenpolitischen Schaden für Deutschland nach sich ziehen". Aus der Wirtschaft war bereits wiederholt kritisiert worden, dass die Regierung massiv versuche, auf Geschäfte mit dem Iran Einfluss zu nehmen.

Nosari hob hervor, sein Land plane ernsthaft den Bau einer sogenannten "persischen Pipeline" für Gas vom Iran nach Europa. Das könnte die europäische Abhängigkeit von russischem Gas verringern. Beteiligt an diesen Planungen seien auch deutsche Unternehmen. Der Iran könnte sich aber auch im Rahmen einer Kooperation an der geplanten "Nabucco-Gaspipeline" vom Kaspischen Meer nach Europa beteiligen. (rf/Reuters)

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