Politik : Ölpreis: Jetzt rufen auch Frankreichs Bauern zu Protesten auf

Die Proteste gegen die hohen Treibstoffpreise in Frankreich schlagen immer höhere Wellen. Nachdem eine erste Verhandlungsrunde zwischen Bauernverbänden und der Pariser Regierung über Subventionen zur Verbilligung der hohen Treibstoffpreise gescheitert ist, riefen nun auch die Bauernverbände am Donnerstag zu "Maximalaktionen" auf. Zuvor waren Verhandlungen mit den Spediteuren gescheitert. Mehrere hundert Bauern versuchten gegen starke Sicherheitskräfte mit Gewalt den Zugang zum Ärmelkanaltunnel zwischen Frankreich und Großbritannien zu blockieren. Dort kam es im Laufe des Vormittags zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Unterdessen weiteten sich die Aktionen von Fernfahrern, Taxichauffeuren, Binnenschiffern und anderen im ganzen Land aus. Bis mittags waren 102 französische Benzindepots blockiert, was die Engpässe an den Tankstellen weiter verschärfte. Im Unterelsaß wurde an private Kraftfahrzeughalter kein Benzin mehr ausgegeben. An 80 Prozent der 4000 großen Tankstellen im Land war das Benzin völlig oder nahezu vollständig ausverkauft.

Die Aktionen wirkten sich erstmals auch drastisch auf die französischen Regionalflughäfen aus. In Lyon und Nizza wurden mehrere Flüge wegen Treibstoffmangels gestrichen. Vor beiden Airports hinderten aufgebrachte Demonstranten Treibstofflieferanten am Zugang zu den Tanklagern. Probleme wegen leerer Tanks zeichneten sich auch an den Flughäfen in Nantes und Marseille ab. Hunderte von Taxen legten den Verkehr zwischen den Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly in Richtung Innenstadt lahm. Ähnliche Aktionen wurden aus weiteren fünf Großstädten gemeldet. Mit brennenden Strohballen und Reifen wurden am Vormittag auch mehrere Eisenbahnlinien blockiert, darunter die wichtige Achse Paris-Straßburg.

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