Politik : Ölpreis steigt auf Rekordhoch

Bernd Hops

Berlin - Der Ölpreis ist am Montag zwischenzeitlich auf einen Höchststand geklettert. Am Morgen wurden an der Börse in New York für ein Barrel (159 Liter) 70,80 Dollar verlangt. Im Tagesverlauf sank der Preis wieder etwas. Ausgelöst wurde das Hoch durch den Hurrikan.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zeigte sich besorgt wegen der möglichen negativen Folgen für die Wirtschaft. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Claude Mandil, warnte im Gespräch mit dem Tagesspiegel, die hohen Preise schadeten schon heute der Wirtschaft. Allerdings bleiben die deutschen Verbraucher trotz der seit Monaten steigenden Energiepreise verhältnismäßig gelassen. So legte der Konsumklimaindex der Forschungsgesellschaft GfK für den September überraschend zu. Positiv wirkten sich die bevorstehenden Neuwahlen aus. Der Einzelhandel sieht die Verbraucher dennoch verunsichert. Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs schrieben, der Hurrikan habe „das Potenzial, eine der größten Unterbrechungen bei Raffinerien in der Geschichte zu verursachen“. Der Touristikkonzern Tui erwägt eine Anhebung der Kerosinzuschläge für Flugreisen.

Energieagentur-Chef Mandil warnte allerdings vor Panik: „Wie groß die Auswirkungen des Hurrikans sein werden, ist noch gar nicht abzusehen.“ Große Probleme seien nicht zu erwarten. „Es gibt sehr große kommerzielle Vorräte an Öl in den USA“, sagte Mandil. Sollte es tatsächlich zu großen Ausfällen kommen, dann müssten sowohl die USA als auch die übrigen großen Industrieländer – also auch die Europäer – über den Einsatz ihrer strategischen Reserven nachdenken, um die Märkte zu beruhigen. Auch ein Sprecher des Ölkonzerns BP-Aral warnte vor Übertreibungen. „Dass Ölplattformen im Golf von Mexiko bei einem Hurrikan abgestellt werden, ist ganz normal in unserem Geschäft“, sagte er. „Es gibt genug Öl und Kraftstoffe.“

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