• Österreich und die EU: Seit Mai bröckelt die Boykott-Front - Der Konflikt zwischen Österreich und seinen europäischen Partnern

Politik : Österreich und die EU: Seit Mai bröckelt die Boykott-Front - Der Konflikt zwischen Österreich und seinen europäischen Partnern

Nach dem Bericht der EU-Weisen wird der Familienkrach in der Europäischen Union wegen der Regierungsbeteiligung der FPÖ möglicherweise demnächst beigelegt. Der Streit hatte seinen Anfang mit den österreichischen Parlamentswahlen im Oktober genommen



3. Oktober 1999: Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei (FPÖ) wird bei den österreichischen Parlamentswahlen mit 27 Prozent zweitstärkste Kraft hinter den Sozialdemokraten (SPÖ) - mit hauchdünnem Vorsprung vor der konservativen Volkspartei (ÖVP) des bisherigen Außenministers Wolfgang Schüssel.

Oktober 1999 bis Januar 2000: Die SPÖ bemüht sich vergeblich um eine Neuauflage der Großen Koalition mit der ÖVP. Am 25. Januar gibt der sozialdemokratische Bundeskanzler Viktor Klima das Scheitern bekannt. Mehrere EU-Staaten warnen Schüssel vor einem Bündnis mit der FPÖ.

1. Februar: Schüssel einigt sich trotz der Warnungen auf ein Regierungsbündnis mit der FPÖ.

4. Februar: Schüssel wird als Kanzler vereidigt. Die FPÖ stellt sechs Minister, Vizekanzlerin wird die FPÖ-Politikerin Susanne Riess-Passer. Die 14 EU-Partner setzen umgehend ihre bereits angedrohten bilateralen Sanktionen in Kraft: Die diplomatischen Kontakte werden auf eine "technische" Ebene heruntergefahren, österreichische Kandidaten für internationale Posten nicht mehr unterstützt.

1. Mai: Haider tritt als FPÖ-Chef ab. Die Nachfolgerin, Vizekanzlerin Riess-Passer, betont, die "Freiheitlichen" seien weiter "die Partei des Jörg Haider". In Wien demonstrieren unterdessen 100 000 Menschen gegen die FPÖ.

7. Mai: Beim informellen Treffen der EU-Außenminister beginnt die Front gegen Wien zu schmelzen. Mehrere Länder fordern erstmals offen eine Änderung der Situation.

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