Österreich : Wechsel bei ÖVP stellt Weichen für große Koalition

Mit Josef Pröll als neuem Vorsitzenden der ÖVP hat eine weitere Legislatur der großen Koalition in Österreich immer bessere Chancen. Pröll gilt liberaler als sein Vorgänger - der rechten FPÖ steht er kritisch gegenüber.

WienMit dem Wechsel zu Josef Pröll als Chef der österreichischen Volkspartei ÖVP wird eine Neuauflage der großen Koalition im Alpenland nach den Wahlen wahrscheinlicher. Wenn er den Auftrag zur Regierungsbildung habe, werde er sich sehr ernsthaft darum bemühen, sagte am Dienstag der Chef der sozialdemokratischen SPÖ, Werner Faymann. Eine Zusammenarbeit von SPÖ und ÖVP sei sein erstes Ziel. Auch Stimmen in der ÖVP sprachen sich am Dienstag für eine neue Zusammenarbeit der beiden Volksparteien aus.

Die SPÖ wurde bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag nach dem Bruch der großen Koalition stärkste Fraktion. Doch die ÖVP verlor wie auch die SPÖ stark an Zuspruch. Als eigentliche Wahlgewinner feierten sich die zerstrittenen rechten Parteien FPÖ und BZÖ, die zusammen rund 29 Prozent der Stimmen erhielten. Als Konsequenz des Wahldebakels gab daraufhin der ÖVP-Spitzenkandidat Wilhelm Molterer (53) am Montag seinen Rückzug vom Parteivorsitz bekannt. Künftig soll der 40-jährige Umweltminister Pröll die Konservativen führen.

Pröll gilt als moderner und liberaler als sein Vorgänger Molterer, außerdem soll er der rechten FPÖ sehr kritisch gegenüberstehen. Er habe immer schon gesagt, dass er mit Pröll gut zusammenarbeiten könne, sagte Faymann und lobte das gute Gesprächsklima. Pröll betonte jedoch am Dienstag mit Blick auf eine neue Regierung, er wolle sich alle Optionen offen halten. Auch der Gang in die Opposition sei für die ÖVP eine Möglichkeit. (pb/dpa)

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