Politik : Österreichischer Politiker beklagt Naziverfolgung

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Wien Ein Bundesratsabgeordneter der neuen Partei des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider (BZÖ) hat Wehrmachtsdeserteure des Zweiten Weltkriegs als „Kameradenmörder“ bezeichnet. Zugleich beklagte er, dass Mitglieder der NSDAP nach Kriegsende „brutal verfolgt“ worden seien. Der 68-jährige Kärntner Bundesrat Siegfried Kampl, der im Juli turnusgemäß Präsident der Länderkammer werden soll, bekräftigte am Dienstag seine Äußerungen.

Kampl sagte im ORF, er stehe „zu jedem Wort“, das er über Deserteure der Wehrmacht geäußert habe. Unter anderem hatte er vergangene Woche gesagt, sein Vater sei NSDAP-Mitglied gewesen, wie „über 99 Prozent der Österreicher“. Sprecher der oppositionellen SPÖ und der Grünen nannten es „untragbar“, dass „jemand, der Wehrmachtsdeserteure als Kameradenmörder bezeichnet, im Bundesrat sitzt und auch noch Präsident“ des Gremiums werden solle. Die konservative Regierungspartei ÖVP sagte, Kampls Äußerungen entsprächen nicht ihren Ansichten. Östereich diskutiert zurzeit eine gesetzliche Regelung, mit der sämtliche Urteile gegen Deserteure der Wehrmacht für ungültig erklärt werden sollen. Der BZÖ-Sprecher nahm Kampl in Schutz. Jedoch gäben die Äußerungen nicht die Parteimeinung wieder. dpa

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