Politik : Oettinger oder Schavan – das Rennen läuft

Reiner Ruf

Schwäbisch Gmünd - Christian Bäumler kommt tief aus dem Süden, aus Konstanz, und hätte deshalb eigentlich im nordwürttembergischen Schwäbisch Gmünd nichts verloren, wo die Südwest-CDU gestern Abend zur ersten von sechs Regionalkonferenzen zusammentraf. Erstmals bestimmt die Landes-CDU per Mitgliederentscheid über die Nachfolge im Amt des Ministerpräsidenten und Parteichefs. Und der Ausgang erscheint zu Beginn des innerparteilichen Wahlkampfes offen. Christian Bäumler, Chef der CDU-Arbeitnehmer, hat sich bereits entschieden: Er ist für Günther Oettinger und sieht sich als eine Art Schlachtenbummler für den Fraktionschef im Stuttgarter Landtag. „Heute wird ein Stimmungstrend gesetzt“, sagt er.

Helmut Rau ist Staatssekretär bei Kultusministerin Annette Schavan, in dieser Eigenschaft Fan der Bewerberin um die Teufel-Nachfolge und ebenfalls präsent in Schwäbisch Gmünd, obwohl er aus Südbaden kommt. Rau verteilt einen bunten Flyer, auf dem sich mehr oder wenige prominente Unterstützer positiv über die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende äußern.

Je eine halbe Stunde dürfen Oettinger und Schavan ihre Vorstellungen vor rund 1000 CDU-Mitgliedern darlegen. Unterschiede im Inhalt gibt es kaum, beide Kandidaten erfüllen die Erwartungen: Oettinger widmet sich dem Thema, in dem er als bewandert gilt, der Wirtschaft. Annette Schavan spannt den Bogen ein wenig weiter und redet viel über Werte. Oettinger sagt, die Deutschen müssten länger arbeiten, denn draußen in der Welt warteten anderthalb Milliarden Chinesen. Annette Schavan sagt ebenfalls, die Deutschen müssten mehr arbeiten, und dass auch in einer kulturellen Krise stecke. „Bei uns im Süden wird um jeden Kreisverband gekämpft“, sagt Christian Bäumler aus Konstanz. Bis 1. Dezember läuft der Basisentscheid zur Nachfolge von Erwin Teufel. Am 2. Dezember wird das Ergebnis verkündet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar