Politik : Oettinger versteht Bedenken gegen Zentralabitur nicht

Berlin - Der Vorschlag einiger Unionspolitiker, in ganz Deutschland einheitliche Abiturprüfungen einzuführen, stößt auf wachsende Kritik in der eigenen Partei. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte am Freitag, bundesweit einheitliche Prüfungen werde es „nicht geben“. Auch Bayerns CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann betonte, für den Freistaat komme ein Zentralabitur „überhaupt nicht in Betracht“. Ähnlich hat sich auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) geäußert. Der Urheber der Idee, Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), wies alle Bedenken zurück. „Ich erkenne noch nicht, worin das Problem bestünde, wenn alle Kinder in Deutschland an einem Tag Deutschabitur schriftlich machen. Der Bundesrat tagt ja auch an einem Tag“, sagte er. Die Kritik sei „Bedenkenträgerei“. Unterstützung bekam Oettinger von der Vizechefin der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl, und dem Bildungsexperten Andreas Schleicher, der den Pisa-Test mitkonzipiert hat. Ablehnend äußerte sich dagegen SPD-Bundesbildungsexperte Jörg Tauss. ddp/dpa

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