Politik : ÖTV-Streik: Mal was Neues (Glosse)

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Streiks sind unbeliebt. Jedenfalls bei denen, die nicht streiken - zumal, wenn der Streik zur Folge hat, dass ihre Mülltonnen nicht geleert werden oder ihre Busse nicht fahren. Deshalb wollen die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes diesmal ihren Arbeitskampf weniger von den Müllmännern als von den Mitarbeitern der Rechenzentren führen lassen. Das soll dann die Chefs treffen. Nicht die Kunden. Mal sehen, ob das klappt. Über einen Teil der Kundschaft brauchen sich die Helden der kämpfenden Angestelltenklasse allerdings wenig Sorgen zu machen. Die Ostdeutschen. In Neunfünfland nämlich, so ist zu hören, ist der Streik beliebt. Genauer: eine Forderung ist populär - die nach Angleichung der Löhne in Ost und West. Das finden die Menschen gerecht, auch wenn sie es sind, aus deren Steuergeldern die Erhöhung beglichen werden müsste. Die ÖTV als PDS des Öffentlichen Dienstes. Bleibt die spannende Frage: Was sagen die Arbeitnehmer (West), wenn der Streik vor allem eine Umschichtung (Ost) brächte? Das wäre wirklich was Neues: Die Mehrheit kämpft vor allem für die Interessen der Minderheit. Mal sehen, ob das klappt.

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