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Offenbar getötet : In Afghanistan vermisste Deutsche sind tot

Ein Bergungstrupp hat offenbar die Leichen der seit Wochen vermissten Deutschen in Afghanistan gefunden. Außenminister Westerwelle sagte, die Identifizierung der Toten sei noch nicht abgeschlossen.

Die seit Wochen in Afghanistan vermissten Deutschen sind tot. Am Montag entdeckte ein Bergungstrupp die Leichen in der Provinz Parwan, wie der dortige Polizeichef, General Scher Ahmad Maladani, sagte. Seinen Angaben nach wurden die Mitarbeiter einer Hilfsorganisation erschossen. Außenminister Guido Westerwelle bestätigte in Berlin zwar den Leichenfund, machte zur Identität der beiden Toten jedoch keine Angaben.

Die Identifizierung sei noch nicht abgeschlossen, sagte der FDP-Politiker. Bis dahin könne es keine verlässliche Aussage über die Identität der Toten geben. Der Minister fügte hinzu, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes und die Botschaft seien mit Hochdruck um Aufklärung bemüht.

Die beiden Deutschen, die eine Bergwanderung im Hindukusch machen wollten, galten seit fast drei Wochen als vermisst. Den afghanischen Behörden zufolge wurden die Leichen an einem abgelegenen Ort etwa vier Kilometer vom Salang-Pass entfernt in Säcken unter einem Fels entdeckt. Die beiden Männer hätten Einschusslöcher in der Brust. Wann sie getötet wurden, war zunächst unklar.

Auch die Bergung der Leichen gestaltete sich nach Angaben Maladanis schwierig. Er habe das afghanische Innenministerium und auch die Bundeswehr um Unterstützung mit Hubschraubern gebeten, sagte er. Laut Polizei mussten die Bemühungen wegen der Dunkelheit am Abend abgebrochen und sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Die Region, in der die beiden Deutschen vermisst wurden, wird nicht von der Taliban kontrolliert. Die örtliche Polizei hatte deshalb spekuliert, dass die Männer Opfer eines Verbrechens geworden sein könnten. Am Tag der Wanderung, dem 19. August, hatten sie einem wartenden Fahrer versprochen, um 16 Uhr wiederzukommen. Als sie nicht erschienen, hatte dieser die Polizei informiert. Seitdem war nach den Deutschen gesucht worden.
Der Salang-Pass ist eine wichtige Route durch den Hindukusch, die die afghanische Hauptstadt Kabul mit dem Norden des Landes verbindet.

Im Süden und Westen Afghanistans kamen derweil acht Menschen bei zwei Bombenanschlägen ums Leben. Fünf Zivilisten seien am Montag in der westlichen Provinz Farjab bei der Detonation einer am Straßenrand versteckten Bombe getötet worden, teilte das afghanische Innenministerium mit. Am späten Sonntagabend hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Stadt Kandahar in die Luft gesprengt und dabei drei Angehörige eines privaten Sicherheitsdienstes mit in den Tod gerissen. Weitere 20 Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Anschlag verletzt. (dapd)

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