Offenbar Lösegeld bezahlt : Drei europäische Geiseln im Jemen freigekommen

Fast fünf Monate nach ihrer Entführung im Jemen sind ein finnisches Paar sowie ein österreichischer Student freigekommen. Sie waren kurz vor Weihnachten in Sanaa verschleppt worden.

Die drei Europäer seien in der Nacht zum Donnerstag an der Grenze zum Oman von örtlichen Stammesvertretern befreit und den omanischen Behörden übergeben worden, sagte ein jemenitischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Sie waren demnach am 21. Dezember von Kämpfern des Terrornetzwerks Al Kaida in einem Elektronikgeschäft in Jemens Hauptstadt Sanaa überfallen und verschleppt worden. Nach ihrer Entführung seien sie in verschiedene Orte im Jemen gebracht worden und zuletzt im Dorf Hawf gewesen.

Die Entführer hatten dem Regierungsvertreter zufolge ein Lösegeld und die Freilassung von im Jemen inhaftierten Gesinnungsgenossen gefordert. Im Februar war ein Video von dem österreichischen Studenten veröffentlicht worden. Mit einer Waffe an seinem Kopf sagte er darin, seine Entführer würden ihn töten, wenn Österreich, die Europäische Union und Jemen nicht ihre Forderungen erfüllten.

Die östereichischen Zeitungen „Kurier“ und „Kronen Zeitung“ berichten laut Vorabmeldungen in ihren Freitagsausgaben, dass die drei freigekommenen Geiseln mittlerweile in einem Militärkrankenhaus in Wien seien. Für die Freiheit des 26-jährigen Österreichers seien eine Million Euro gezahlt worden, schrieb die „Kronen Zeitung“.

In den vergangenen 15 Jahren wurden im Jemen bereits hunderte Menschen entführt. Meist machen Stammesmitglieder ausländische Geiseln, um sie als Faustpfand im Konflikt mit der Zentralregierung zu nutzen. Die im Süden und Osten des Landes aktiven Al-Kaida-Kämpfer nehmen nur selten Geiseln. (AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben