Offener Brief : Doktoranden gegen Guttenberg

Rund 20.000 Promovierte und Promovierende haben in einem offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Guttenberg-Affäre eine „Verhöhnung“ aller wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden vorgeworfen.

Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“. „Durch die Behandlung der Causa Guttenberg als Kavaliersdelikt leiden der Wissenschaftsstandort Deutschland und die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Land der Ideen“, heißt es in dem offenen Brief. Merkels Behandlung der Plagiatsaffäre lege nahe, „dass es sich beim Erschleichen eines Doktortitels um ein Kavaliersdelikt handele“. Der offene Brief sollte noch am Sonntagabend im Berliner Kanzleramt abgegeben werden.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel machte erneut Druck auf Kanzlerin Merkel. „Frau Merkel ist die erste, die in Deutschland behauptet, dass jemand in seinem Privatleben geistiges Eigentum stehlen und betrügen darf und trotzdem in seinem Beruf Minister bleiben kann. Wenn das Schule macht, dann werden sich künftige Politiker darauf berufen. Das schadet der Demokratie ungeheuer“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Merkel müsse Guttenberg „dazu bewegen, eine Auszeit von der Politik zu nehmen“.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wies die Attacken des SPD-Chefs zurück. Gabriels „ritualisierte Angriffe“ auf die Kanzlerin seien „mittlerweile nur noch lächerlich“, sagte Gröhe in Berlin. Offenbar habe der SPD-Chef inhaltlich nichts mehr zu bieten. Daher suche er „eben andere Wege der Aufmerksamkeit“. Gröhe unterstrich: „Karl-Theodor zu Guttenberg leistet im Kabinett hervorragende Arbeit. Er hat deshalb unsere volle Unterstützung.“ (dpad)

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