Politik : Ohne Kontrolle

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Die 1971 gegründete Ulster Defence Association (UDA) begann als Bürgerwehr in protestantischen Arbeitervierteln Belfasts. In ihren besten Zeiten gehörten ihr zuweilen mehr als 10 000 Mitglieder an. In Jahr 1974 brachte die UDA die erste protestantischkatholische Koalitionsregierung zu Fall.

Doch der in sechs regionale Kommandos organisierte Verband war schon immer anfällig für korrupte und feudale Praktiken seiner Führungsriege und entzog sich – im Gegensatz zur kleineren, disziplinierteren Ulster Volunteer Force – der zentralen Kontrolle. Die großen Kronzeugen-Prozesse der achtziger Jahre – „supergrass trials“ – brachten die UDA an den Rand des Abgrunds. Gelegentlich tritt die Gruppe unter dem kriegerischen Namen Ulster Freedom Fighters auf. Doch eine eigenständige Organisation dieses Namens gibt es nicht.

Der winzige politische Flügel der UDA, die Ulster Democratic Party, erkämpfte sich in den frühen Jahren des Friedensprozesses durchaus Respekt, doch die Abkehr der UDA vom Friedensprozess führte schließlich zur Auflösung der Partei. Den Sprung ins Parlament hatte sie ohnehin nie geschafft. ali

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