Olympia : Boykott des Fackellaufs durch Tibet

Der Olympische Fackellauf durch Tibet soll abgesagt werden. Das fordert ein Gesandter des Dalai Lamas. Das chinesische Organisationskomitee spricht von einer Sabotage der Olympischen Spiele.

Washington/PekingEin Gesandter des Dalai Lama hat China aufgefordert, den Olympischen Fackellauf durch Tibet abzusagen. Die Flamme nach dem harten Vorgehen der Behörden gegen anti-chinesische Proteste durch die Himalaya-Region zu tragen, wäre eine "absichtliche Provokation" und "beleidigend", sagte Lodi Gyari am Donnerstag vor dem US-Kongress in Washington. Sollte China an den tibetischen Etappen festhalten, würde dies weitere "negative Schlagzeilen" für die Olympischen Spiele in Peking hervorrufen, fügte er hinzu.

Das chinesische Organisationskomitee der Olympischen Spiele wies die Forderung scharf zurück. Sie entblöße die Versuche der "Dalai-Clique", Olympia zu sabotieren, sagte Sprecherin Zhu Jing am Freitag. Der Fackellauf führt auf zwei Etappen durch Tibet: Durch die Himalaya-Region wird die Flamme im Mai zunächst zum Mount Everest gebracht. Im Juni führt der Lauf auch durch die tibetische Hauptstadt Lhasa.

In Tibet waren am 10. März anti-chinesische Proteste ausgebrochen und vier Tage später eskaliert. Dabei wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 135 Menschen getötet. Die chinesische Regierung spricht von rund 20 Toten. (sgo/AFP)

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