Politik : Opel: Abbau von 10000 Jobs ist kein Dogma

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Frankfurt am Main Der Autobauer Opel hat am Freitag seine Bereitschaft signalisiert, über den Umfang der Stellenstreichungen im Konzern offen zu verhandeln. Der Abbau von 10000 Stellen – diese Zahl war von dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) am Donnerstag genannt worden – sei „kein Dogma“, sagte Carl-Peter Forster, Chef des Opel- Aufsichtsrats, am Freitag im Anschluss an eine außerordentliche Sitzung des Gremiums. Mit der Nennung der in Deutschland bedrohten Stellen sei „nur die Größe des Problems geschildert worden“. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den Sanierungsplan sollen in wenigen Wochen abgeschlossen sein.

Doch der Widerstand der Beschäftigten ist groß. Klaus Franz, Chef des Gesamtbetriebsrats, lehnte den bisherigen Sanierungsplan ab und nannte Bedingungen für die anstehenden Gespräche. Im Werk Bochum setzten die Opel-Mitarbeiter die Arbeitsniederlegung, mit der sie bereits am Donnerstagnachmittag begonnen hatten, fort. Streiks sind zwar zurzeit noch nicht zulässig, aber die Mitarbeiter begründen ihre Abwesenheit von den Bändern damit, dass sie sich vom Betriebsrat über die Pläne des Konzerns informieren lassen müssten.

Die Bundesregierung betonte, finanzielle Hilfe für Opel werde es nicht geben. Man werde alle sonst zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um auf das Management einzuwirken, sagte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement nach einem Treffen mit dem hessischen Wirtschaftsminister Alois Rhiel und Opel-Vorstandsmitglied Norbert Küpper in Frankfurt. Clement ermahnte aber auch die Opelaner in Bochum, durch weitere Arbeitsniederlegungen nicht „noch mehr Unsicherheit zu verursachen“. Die Beschäftigten sollten auf Verhandlungen vertrauen. Ein Regierungssprecher warf GM aber gleichzeitig vor, mangelndes Verständnis für deutsche Unternehmenskultur und zu wenig die besonderen Bedingungen Europas und Deutschlands beachtet zu haben. ro/Tsp

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