Politik : Opposition fordert Aufklärung zu Kosovo-Affäre

Passau/Berlin - In der Frage, welche Rolle die drei im Kosovo festgenommenen Deutschen bei dem Anschlag auf die EU-Vertretung in Pristina gespielt haben, wächst der Druck auf die Bundesregierung. Die Opposition forderte eine sofortige Aufklärung der Festnahme der drei mutmaßlichen BND-Mitarbeiter. Grünen-Chefin Claudia Roth verlangte eine „umfassende“ Klärung der Angelegenheit im parlamentarischen Kontrollgremium. „Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass die Kompetenzen des Bundestages zur Kontrolle der Geheimdienste gestärkt werden müssen“, sagte Roth. Der Außenexperte der Linksfraktion, Norman Paech, verlangte auch eine „lückenlose Aufklärung“ in der Öffentlichkeit. Der Fall dürfe nicht einfach im parlamentarischen Kontrollgremium „versenkt“ werden. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, vorbehaltlos darüber informiert zu werden, ob derart schwerwiegende Vorwürfe zuträfen.

Die Männer werden verdächtigt, an einem Sprengstoffanschlag auf die EU-Vertretung in Pristina beteiligt gewesen zu sein. Der „Spiegel“ berichtete, der Arrest habe zu diplomatischen Verwicklungen zwischen dem Auswärtigen Amt in Berlin und der Regierung in Pristina geführt. Grund sei die offenbar nicht offiziell angemeldete Tätigkeit der deutschen Agenten im Kosovo. Die Bundesregierung äußerte sich bislang nicht zu Details. ddp

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