Politik : Opposition in Nepal verschärft Proteste gegen den König

Christine Möllhoff

Neu-Delhi - Mit einem viertägigen Generalstreik in Kathmandu hat Nepals Opposition ihre Kampagne gegen das Willkürregime von König Gyanendra verschärft. Die königliche Regierung versuchte, die wachsenden Proteste mit Härte und Gewalt niederzuschlagen. Hunderte Soldaten und Polizisten setzten die von der Regierung verhängte Ausgangssperre rigoros um. Eine von der Opposition für Samstag geplante Kundgebung wurde verschoben. Trotz eines Demonstrationsverbotes waren auch am Freitag in Kathmandu erneut Oppositionelle auf die Straße gegangen, um gegen die Königsdiktatur zu protestieren. Aktivisten und Studenten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei und skandierten „Tod Gyanendra“ sowie „Wir wollen Demokratie“. Die Polizei feuerte Tränengas ab und prügelte mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Mehrere hundert Menschen wurden festgenommen. Ein Demonstrant wurde erschossen.

Gyanendra hatte am 1. Februar 2005 die Regierung abgesetzt, der Presse einen Maulkorb verpasst und sich selbst zum Machthaber aufgeschwungen. Er warf den politischen Parteien vor, sie hätten dabei versagt, den maoistischen Aufstand niederzuschlagen, der mehr als 13 000 Menschen das Leben kostete. Am Samstag wurden bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen am Samstag 14 Menschen getötet.

Beobachter glauben, dass Nepal auf einen Showdown zusteuert, der mit dem Sturz des Tyrannen enden könnte. Gyanendra werde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Land ins Exil fliehen – oder einem Attentat zum Opfer fallen, heißt es. „Die Tage des Königs sind gezählt“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP Sova Sapkota von der Kommunisten-Partei. Nepal mit seinen 23 Millionen Einwohnern ist das einzige Hindu-Königreich der Welt und eines der ärmsten Länder der Welt.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben