Politik : Opposition weist Anschuldigungen des Milosevic-Regimes zurück

Zwei Tage vor einer geplanten Protestkundgebung der vereinten demokratischen Opposition in Belgrad hat sich am Mittwoch die politische Lage in Serbien verschärft. Die herrschende Sozialistische Partei (SPS) von Staatschef Slobodan Milosevic machte die Opposition für einen Bombenanschlag auf ein SPS-Büro in Belgrad in der Nacht zum Mittwoch verantwortlich. Oppositionsvertreter wiesen dies zurück. Vor dem SPS-Bezirkssitz im Belgrader Zentrum war ein Sprengsatz explodiert, der Fenster am dem Gebäude und umliegenden Wohnhäusern zerstörte. Menschen wurden nicht verletzt.

Der "Terroranschlag" sei eine Tat jener Opposition, die am Freitag eine Demonstration in Belgrad plane, sagte das SPS-Führungsmitglied Branislav Ivkovic nach Angaben des serbischen Staatsfernsehens. Der Vorsitzende der Neuen Demokratie (ND), Dragoslav Mihajlovic, sagte, die Opposition besitze gar keinen Sprengstoff. Darüber verfügten vielmehr die "zuständigen Organe" und die Teilnehmer der bisherigen Kriege auf jugoslawischem Boden. Das Regime von Milosevic wolle mit diesen Beschuldigungen "politisch manipulieren" und den Menschen Angst vor der Protestkundgebung machen, sagte Mihajlovic in Belgrad. Die Bürgerallianz Serbiens (GSS) äußerte den Verdacht, das Regime selbst könnte den Anschlag inszeniert haben, um der Opposition die Verantwortung für Anarchie, Terrorismus und Chaos zuzuschieben, die in Serbien herrschten.

Ermittler des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag beginnen in der nächsten Woche wieder mit der Untersuchung von Massengräbern im Kosovo. Nach der witterungsbedingten Unterbrechung im Winter hofft das Tribunal die forensische Untersuchung von etwa 300 mutmaßlichen Tatorten im Kosovo in den nächsten vier Monaten abschließen zu können. Von Mai an werden die Tribunalmitarbeiter wie im Sommer vorigen Jahres wieder von Expertengruppen aus mehreren Ländern unterstützt, teilte ein Sprecher des Gerichtshofs am Mittwoch in Den Haag mit.

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