Politik : Oppositionsführer Draskovic erhebt schwere Vorwürfe gegen den Westen

Der serbische Oppositionspolitiker Vuk Draskovic hat den Westen beschuldigt, seine Serbische Erneuerungsbewegung (SPO) in einen möglichen Bürgerkrieg in Serbien hineinziehen zu wollen. In einem Interview des Belgrader Stadtfernsehens Studio B, das von der SPO kontrolliert wird, begründete er indes seinen Vorwurf nicht konkret.

"Wir dürfen die Gefahr eines Bürgerkriegs nicht unterschätzen, und das Regime ist dazu bereit", sagte Draskovic. Ohne sie beim Namen zu nennen, warf er der mit ihm zerstrittenen oppositionellen "Allianz für den Wandel" vor, ein "rumänisches Szenario" mit Staatsstreich und Blutvergießen heraufzubeschwören. "Dann sollten die KFOR-Panzer (aus dem Kosovo) in Serbien intervenieren und diese Leute (von der Allianz) an die Macht bringen", sagte Draskovic.

Der Oppositionsführer, der bereits mehrfach die Seiten gewechselt hat, sprach sich erneut für die Bildung einer Übergangsregierung aus, die aus Vertretern der Regierungsparteien und der Opposition zusammengesetzt sein sollte. Er sei verzweifelt darüber, dass weder das Regime von Präsident Milosevic noch Teile der Opposition dies wollten, sagte Draskovic.

Der stellvertretende Ministerpräsident der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro, Burzan, bekräftigte unterdessen die Unabhängigkeitspläne Montenegros. Den serbischen Oppositionsgruppen warf Burzan in einem Interview der Deutschen Welle am Montag vor, "sich genauso ignorant zu verhalten wie der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic". Aus diesem Grund gebe es "für Montenegro nur den Weg in die Unabhängigkeit".

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