Politik : Oranier-Orden: Stur und ohnmächtig (Kommentar)

ali

Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen, sagte man von den Bourbonen, als sie nach Napoleons Sturz wieder auf den Thron kletterten. Ähnlich sind auch die protestantischen Oranier-Orden in Nordirland. Selbstgefällig und stur trotten die Herren jeden Sommer grimmig durch die Straßen. Und dann jammern sie über die Ungerechtigkeit der Welt, wenn ihnen der Weg versperrt wird. Die gestrige Parade in Portadown hatte sinnigerweise überhaupt keinen Anlass, wie selbst die Veranstalter unumwunden zugaben. Doch da marschieren die Verlierer des Friedensprozesses, jene, die sich nicht mit der neuen Gleichberechtigung abfinden wollen. Niemand kann vorhersagen, ob sie ihren sterilen Trotz noch einmal an Polizisten und Soldaten kühlen wollen. Aber die Perversität ihrer Taktik entfaltet eigene Gesetze. Denn die Oranier behaupten ja von sich selbst, sie wollten die Organe des britischen Staates im Allgemeinen und die nordirische Polizei im Besonderen vor den Reformwünschen der irischen Nationalisten schützen. Das tut man nicht, indem sich mit genau diesen Sicherheitskräften prügelt. So viel müssten sogar bourbonische Sturköpfe einsehen.

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