Politik : Orkan „Kyrill“ wütet in Deutschland

Windgeschwindigkeiten von bis zu 191 km/h / Mehrere Tote / Bahn stellt Fernverkehr ein / Berliner Behörden schlossen früher

Andreas Oswald

Berlin - Das Orkantief „Kyrill“ hat am Donnerstag ganz Deutschland in einen Ausnahmezustand versetzt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 191 km/h raste der Sturm über das ganze Land hinweg. Trotz der frühzeitigen Warnungen forderte das schwere Unwetter mehrere Todesopfer. In Deutschland, wo besonders früh gewarnt wurde, waren es aber weniger Opfer als in anderen europäischen Ländern. Das Ausmaß der Schäden war am gestrigen Abend noch nicht abzusehen. Das Tief wütete bis spät in die Nacht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte eine extreme Unwetterwarnung für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland herausgegeben. In den Mittelgebirgen erreichte der Orkan Geschwindigkeiten von etwa 180 Stundenkilometern. Der Spitzenwert auf der Zugspitze lag bei 183 km/h, im Pfälzer Wald erreichten Orkanböen 153 km/h. Der Höchstwert 191 km/h wurde auf dem Brocken gemessen.

In Norddeutschland kollidierte ein Intercity mit einem umgestürzten Baum. Der Unfall verlief glimpflich. Am Abend stellte die Bahn den Betrieb für Deutschland komplett ein. Die Bahn hatte bereits zuvor vorsorglich das Tempo aller Züge reduziert. Auf den Flughäfen wurden zahlreiche Flüge gestrichen, vor allem in Frankfurt. Auch der Straßenverkehr war beeinträchtigt. Bei Düsseldorf wurde die Autobahn A 46 im Bereich einer Brücke in beiden Richtungen vorsorglich gesperrt. Das Autobahnkreuz Neunkirchen war zuvor wegen umgestürzter Bäume gesperrt worden. Bundesweit kam es zu weiteren zahlreiche Straßensperrungen wegen umgestürzter Bäume und Überschwemmungen. Die Hindernisse wurden teilweise nicht geräumt, weil mit dem Umkippen weiterer Bäume gerechnet wurde.

Wegen des für den Nachmittag und den Abend erwarteten Unwetters hatten in Berlin zahlreiche Ämter früher geschlossen. Mehrere Firmen stellten es den Mitarbeitern frei, früher zu gehen, um vor dem Sturm nach Hause zu kommen. Zahlreiche Schulen schickten die Schüler frühzeitig nach Hause.

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