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Osama bin Laden ist tot : Reaktionen auf den Tode des Al-Qiada-Chefs

Israel, Großbritannien und Deutschland haben mit Erleichterung auf die Nachricht vom Tod Bin Ladens reagiert. Aber auch Sorge mischt sich unter die Reaktionen.

Michael Bloomberg, Bürgermeister von New York
Michael Bloomberg hat den Tod von Terroristenchef Osama bin Laden als einen bedeutenden Sieg bezeichnet. Zugleich drückte er in der Nacht zum Montag die Hoffnung aus, dass die Entwicklung den Angehörigen der Opfer vom 11. September inneren Frieden bringe. "Die Tötung von Osama bin Laden verringert nicht das Leid, das die New Yorker und Amerikaner durch seine Hände erfahren haben", erklärte Bloomberg. "New Yorker haben fast zehn Jahre auf diese Nachricht gewartet. Es ist meine Hoffnung, dass sie etwas inneren Frieden und Trost für all jene bringt, die ihre Lieben am 11. September 2001 verloren haben."

Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident
"Israel ist der Liquidierung bin Ladens in Freude mit dem amerikanischen Volk vereint“, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montag mit. Netanjahu gratuliere US-Präsident Barack Obama zu „diesem Sieg der Gerechtigkeit, der Freiheit und der gemeinsamen Werte der demokratischen Länder, die Seite an Seite gegen den Terrorismus gekämpft haben“, hieß es.

Schimon Peres, israelischer Präsident

Schimon Peres erklärte, der Tod bin Ladens sei ein „großer Erfolg, nicht nur für die USA, sondern auch für die freie Welt“. Nach Angaben des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman wurde die israelische Botschaft in Washington eine halbe Stunde vor der offiziellen Ansprache Obamas über den Tod des Chefs des Terrornetzwerks informiert.

David Cameron, britischer Premierminister:

Großbritanniens Premierminister David Cameron erklärte, der Tod des Al-Qaida-Chefs bedeute eine „große Erleichterung für die Menschen überall auf der Welt“. Es sei ein „großer Erfolg, dass er gefunden wurde und nicht mehr in der Lage ist, seinen Feldzug des globalen Terrorismus fortzusetzen“, teilte Cameron mit. Bin Laden sei für die „schlimmsten terroristischen Gräueltaten verantwortlich, die die Welt gesehen hat“. Unter den tausenden Toten seien auch viele Briten gewesen. Er gratuliere Obama und den für die Aktion Verantwortlichen, fügte Cameron hinzu.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP):

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden in Pakistan begrüßt. „Dass diesem Terroristen sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte, ist eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt“, sagte Westerwelle am Montag in Berlin. Bin Laden sei einer der „brutalsten Terroristen der Welt“ gewesen, der das Leben von mehreren tausend Menschen auf dem
Gewissen habe.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU):

Von der Leyen hält den Tod des Al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden für „Balsam“ auf der Wunde der US-Amerikaner. Er gebe den vielen Nationen Auftrieb, die ganz geschlossen in den vergangenen zehn Jahren im Kampf gegen den Terror zusammengestanden hätten, sagte sie am Montag im Deutschlandfunk.

US-Botschaft in Berlin:

Die US-Botschaft in Berlin ist erleichtert über den Tod des Chef-Terroristen Osama bin Laden. „Dies ist ein Sieg für alle Menschen weltweit, die in Frieden und Sicherheit leben wollen“, sagte Botschaftssprecher Bruce Armstrong am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Die Amerikaner in Deutschland seien mit ihrem Land nach wie vor sehr eng verbunden und hätten die Terroranschläge vom 11. September 2001 nicht vergessen. „Dieses traumatische Erlebnis kommt durch die heutige Nachricht zu einem Schluss. Es ist in gewisser Weise ein neues Kapitel“, so Armstrong. Die US-Regierung hat ihre diplomatischen Vertretungen weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Sie befürchtet, Terroristen könnten Vergeltungsanschläge verüben. Der Botschaftssprecher in Berlin wollte sich dazu nicht äußern. Sicherheitsmaßnahmen kommentiere er grundsätzlich nicht, erklärte Armstrong.

Bernhard Witthaut, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei:

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich für eine Verlängerung der Antiterrorgesetze ausgesprochen. GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: "Der Tod Osama bin Ladens wird die Terrorgefahr für Deutschland nicht entschärfen. Das zeigen die Hintergründe der jüngsten Festnahmen des Bundeskriminalamtes. Das ursprünglich von Bin Laden begründete Terrornetz funktioniert seit langen dezentral. Aktionsfähige Gruppen gibt es in vielen Ländern, wie der jüngste Bombenanschlag in Marrakesch und die Festnahmen in Düsseldorf und Bochum beweisen." Nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei gelte gerade nach dem Tod des Al Qaida-Chefs "höchste Wachsamkeit". Witthaut: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass die verschiedenen Terrornetzwerke den Tod Bin Ladens rächen wollen. Aus diesem Grund brauchen die deutschen Sicherheitsbehörden jede politische und gesetzliche Unterstützung, um ihre Arbeit für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger leisten zu können."

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz:
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, rechnet nach dem Tod Osama bin Ladens mit terroristischen Vergeltungsschlägen gegen die USA und Pakistan. Der Tod bin Ladens bedeute in keinem Fall, „dass wir jetzt aufatmen können und davon ausgehen können, dass der Spuk (.) vorbei (ist)“, sagte der ehemalige deutsche Botschafter in Washington am Montag im Deutschlandradio Kultur. Er rechne vielmehr damit, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida versuchen werde, sich an den Amerikanern und der pakistanischen Regierung zu rächen. Dies werde aber „eher nicht“ in Deutschland geschehen, sondern andernorts auf der Welt: „Dort, wo vielleicht amerikanische Streitkräfte verwundbar sein könnten.“ Mit Osama bin Laden sei die Ikone und Symbolfigur des internationalen Terrorismus nicht mehr am Leben. „Wenn das eine gewonnene Schlacht sein sollte (...), dann ist das natürlich noch lange nicht der gewonnene Krieg“, betonte der Chef der Sicherheitskonferenz. „Das ist nicht das Ende des internationalen Terrorismus.“ Ob Al-Kaida tatsächlich durch den Verlust geschwächt werde, müsse man erst sehen. Ischinger begrüßte die Ansprache von US-Präsident Barack Obama. Es sei außerordentlich wichtig, dass Obama gesagt habe, die USA kämpften gegen den Terrorismus und nicht gegen den Islam. Die Volksseele könne auch in den USA leicht zum Kochen gebracht werden, und Gedanken an Rache und Vernichtung seien dann nicht weit entfernt. Es sei wichtig für Rolle, Ansehen und Identität des Westens, dass „wir eben nicht einen Krieg mit dem Ziel der Vernichtung führen, dass es nicht um Rache geht“, sagte Ischinger.

(Tsp)

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