Oskar Lafontaine : "Arbeitnehmer in Deutschland werden enteignet"

Lafontaine haut auf die Pauke: Unternehmer sollen - wenn nötig - dazu gezwungen werden, ihre Arbeitnehmer am Unternehmen zu beteiligen.

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Oskar Lafontaine. "Wer etwas aufbaut und erarbeitet, dem müsse es auch gehören". -Foto: dpa

BerlinDer Parteivorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, hat seine Kapitalismuskritik erneuert. "Unsere jetzige Wirtschaftsordnung beruht auf der Enteignung der Arbeitnehmer", sagte Lafontaine der "Welt am Sonntag". Nur so komme das große Milliardenvermögen einzelner Personen zustande. Wer etwas aufbaut und erarbeitet, dem müsse es auch gehören. Als Beispiel nannte der Linke-Parteichef den Autokonzern BMW: "Das Milliardenvermögen gehört nicht der Familie Quandt, denn sie hat das nicht erarbeitet." Die Unternehmerfamilie ist Großaktionär bei BMW.

Lafontaine schloss auch gesetzlichen Zwang nicht aus, um Arbeitnehmer an Familienunternehmen und Konzernen in Deutschland zu beteiligen. "Die Beteiligung der Belegschaft muss auch gegen den Willen der Kapitalbesitzer durchgesetzt werden", sagte der frühere SPD-Chef. Vermögen entstehe aus Arbeit, nicht aus Untätigkeit. "Der Gesetzgeber muss den Unternehmern verbieten, der Belegschaft ihr Eigentum wegzunehmen", forderte Lafontaine.

Der Linke-Parteichef hatte bereits im September mit der Forderung nach Enteignung von Familienunternehmen für Schlagzeilen gesorgt. Mit Blick auf den fränkischen Autozulieferkonzern Schaeffler hatte Lafontaine gesagt: "Kann es sein, dass Frau Schaeffler zehn Milliarden erarbeitet hat? Nein, das kann nicht sein!" Solche Vermögen seien "grundgesetzwidrig". Schaeffler hatte Ende August den DAX-notierten Konkurrenten Continental übernommen. (bai/ddp)

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