Ost-Erweiterung : Kleinmaischeid nicht mehr EU-Mittelpunkt

Ab Januar gewinnt die EU Bulgarien und Rumänien hinzu - Kleinmaischeid im Westerwald verliert den Status als geographischer Mittelpunkt der Union. Das neue Zentrum wird aber wohl ebenfalls in Deutschland liegen.

Kleinmaischeid - Die Einwohner trügen das aber mit Fassung, sagte Bürgermeister Horst Rasbach (SPD). "Uns war bewusst, dass das ein Titel auf Zeit sein würde." Vor zweieinhalb Jahren hatte das französische Geographische Institut (IGN) den 1400-Seelen-Ort Kleinmaischeid als Zentrum der am 1. Mai 2004 auf 25 Staaten erweiterten EU ermittelt. Zum 1. Januar treten Bulgarien und Rumänien der Union bei.

"Wir wissen noch nicht, welche Gemeinde der neue Mittelpunkt ist", sagte der Bürgermeister. Er tippte - rein gefühlsmäßig - auf einen Ort im benachbarten Hessen. Das Geographische Institut hat den neuen Mittelpunkt nach Angaben aus Paris noch nicht berechnet. Die zweieinhalb Jahre als EU-Mittelpunkt hätten auf jeden Fall Spaß gemacht. "Vielleicht haben die Gastronomen auch den einen oder anderen Gast mehr gehabt", meinte Rasbach.

Kleinmaischeid liegt auf 7 Grad 35 Minuten 50 Sekunden östlicher Länge und 50 Grad 31 Minuten 31 Sekunden nördlicher Breite. Der IGN-Experte Jean-Georges Affholder hatte den EU-Mittelpunkt nach einer mathematischen Formel errechnet, die das Gravitationszentrum einer Fläche angibt, deren Außenmaße bekannt sind. Auch das zentralfranzösische 310-Seelen-Dorf Montreuillon wird vom 1. Januar an nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Das Dorf war bislang Zentrum der Euro-Zone und verliert diesen Status mit dem Beitritt Sloweniens - zum Leidwesen von Bürgermeister Serge Millot, "denn das Dorf wurde jährlich deswegen von Tausenden von Touristen besucht." (tso/dpa)

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