Ost-West-Konflikt : Personalstreit: Ost-Linke geben Bartsch Rückhalt

In der Linkspartei spitzt sich der Ost-West-Konflikt um die künftige personelle Aufstellung weiter zu. In einer gemeinsamen Erklärung nehmen die ostdeutschen Landesvorsitzenden der Linken den Bundesgeschäftsführer der Partei, Dietmar Bartsch, gegen interne Angriffe in Schutz.

Matthias Meisner

Er habe „erheblichen Anteil“ daran, dass 2009 zum „erfolgreichsten Jahr in der Geschichte unserer Partei“ geworden sei. Auch im geschäftsführenden Parteivorstand, der sich am Samstag in Berlin traf, spielte das Thema nach Tagesspiegel-Informationen eine Rolle. Teilnehmer lehnten es allerdings ab, sich anschließend zu der Kontroverse zu äußern.

Bartsch wird von Genossen vor allem aus dem Westen in den Verdacht gerückt, zum Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine nicht loyal zu sein. Dieser spielt nach Angaben aus Parteikreisen sogar mit dem Gedanken, die Absetzung von Bartsch zu fordern, dies quasi als Voraussetzung für seine erneute Kandidatur als Parteichef auf dem Bundesparteitag im Mai 2010 in Rostock. Die Vorsitzenden aus den neuen Ländern und aus Berlin appellierten dazu an alle Mitglieder „und vor allem Funktionsträger, die von einigen seit mehreren Wochen geführte Personaldebatte, in der immer stärker die Grenzen des Anstandes überschritten werden, nicht weiter anzuheizen“. Bartsch streite engagiert für den Parteiaufbau in Ost- und Westdeutschland, sei und bleibe „eine wichtige Integrationsfigur“.

Die Zeitung „Junge Welt“, Sprachrohr des linken Parteiflügels, machte mehrere eher unbekannte Parteimitglieder, die einen offenen Brief zur Lage der Partei geschrieben hatten, zu Kronzeugen für einen Bericht „Bartsch unter Beschuss“. Demnach stehe der Parteimanager im Mittelpunkt von Versuchen, Lafontaine zu demontieren.

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